Camp-David-Abkommen

In einer am 1. Oktober 1977 veröffentlichten gemeinsamen Erklärung sprachen sich die Außenminister der USA und der UdSSR für "Verhandlung im Rahmen der speziell für diese Ziele einberufenen Genfer Friedenskonferenz unter Beteiligung der Vertreter aller vom Konflikt betroffenen Seiten."

Angesichts innenpolitischer Unruhen in Ägypten, die sich wegen der Erhöhung des Brotpreises im Januar 1977 im Lande ausbreiteten sowie der Zuspitzung der Konfliktsituation an der lybisch-ägyptischen Grenze benötigte der Ägyptische Präsident Anwar As-Sadat dringend einen Außenpolitischen Erfolg.

Der historische Besuch des ägyptischen Präsident am 19. November 1977 in Jerusalem spielte eine sehr große Rolle im Friedensprozeß zwischen Israel und Ägypten.

Am 5. September 1978 fand in Camp David die Unterzeichnung von zwei Rahmenvereinbarungen statt.

Im ersten Abkommen erkannten beide Seiten die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates 242 und 338 als Grundlage für eine friedliche Regelung des Nahostproblems an. Sie riefen die anderen Konfliktparteien auf, in Verhandlungen einzutreten und Friedensverträge abzuschließen.

Der zweie Rahmenvertrag sah die Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen Ägypten und Israel innerhalb von drei Monaten, den Abzug Israels aus Sinai und die Auflösung aller dort entstandenen israelischen Siedlungen, die Entmilitarisierung der Halbinsel sowie die Herstellung normaler Beziehungen zwischen beiden Staaten nach Unterzeichnung des Friedensabkommen und nach Abschluß der ersten Etappe des Rückzugs der israelischen Truppen vor.

Zu einer Regelung der Palästinenserfrage trugen die Abkommen von Camp-David gar nicht bei. zur Verwircklichung der Vereinbarungen von Camp-David begannen am 12. Oktober 1978 unter US-Schirmherrschaft ägyptisch-israelische Verhandlungen über den Abschluß eines Friedensvertrages zwischen den beiden Staaten. Am 26. März 1979 wurde ein neues Abkommen unterschrieben. Es enthielt Vereinbarungen über den Rückzug Israels von der Sinai-Halbinsel und die Rückgabe des Gebietes in ägyptische Souveränität sowie die Errichtung von Zonen mit geringer Truppenkonzetration. Die israelische Siedlungen auf Sinai sollten geräumt werden.

Im Februar 1980 erfolgte der Austausch von Botschaftern, der Wirtschaftsboykott gegenüber Israel wurde aufgehoben und israelische Schiffe konnten ungehindert den Suezkanal passieren.

Die Räumung der Sinai-Halbinsel war im April 1982 abgeschlossen.