Oslo I

Am 13.09.1993 unterzeichneten Yitzhak Rabin und Yassir Arafat in Washington die "Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung" (auch Oslo I genannt). Diese stellte einen Meilenstein im Friedensprozeß dar. Beide Seiten erkannten einander erstmals offiziell an. Die Israelis akzeptierten die PLO als offiziellen Vertreter der Palästinenser die PLO strich aus ihrer Charta alle Passagen die von der Vernichtung Israels als Ziel enthielten.

Außerdem enthielt das Abkommen die allgemeine Vereinbarung die Verantwortung im Gazastreifen und im Westjordanland auf die Palästinenser zu übertragen und ihnen eine autonome Regelung ihrer Angelegenheiten zu gewähren. Umstrittene Themen wie der Status Jerusalems die Flüchtlingsfrage oder die Siedlungen im Westejordanland wurden in dem Abkommen noch nicht behandelt.

Camp-David-Abkommen

In einer am 1. Oktober 1977 veröffentlichten gemeinsamen Erklärung sprachen sich die Außenminister der USA und der UdSSR für "Verhandlung im Rahmen der speziell für diese Ziele einberufenen Genfer Friedenskonferenz unter Beteiligung der Vertreter aller vom Konflikt betroffenen Seiten."

Angesichts innenpolitischer Unruhen in Ägypten, die sich wegen der Erhöhung des Brotpreises im Januar 1977 im Lande ausbreiteten sowie der Zuspitzung der Konfliktsituation an der lybisch-ägyptischen Grenze benötigte der Ägyptische Präsident Anwar As-Sadat dringend einen Außenpolitischen Erfolg.

Der historische Besuch des ägyptischen Präsident am 19. November 1977 in Jerusalem spielte eine sehr große Rolle im Friedensprozeß zwischen Israel und Ägypten.

Am 5. September 1978 fand in Camp David die Unterzeichnung von zwei Rahmenvereinbarungen statt.

Im ersten Abkommen erkannten beide Seiten die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates 242 und 338 als Grundlage für eine friedliche Regelung des Nahostproblems an. Sie riefen die anderen Konfliktparteien auf, in Verhandlungen einzutreten und Friedensverträge abzuschließen.

Der zweie Rahmenvertrag sah die Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen Ägypten und Israel innerhalb von drei Monaten, den Abzug Israels aus Sinai und die Auflösung aller dort entstandenen israelischen Siedlungen, die Entmilitarisierung der Halbinsel sowie die Herstellung normaler Beziehungen zwischen beiden Staaten nach Unterzeichnung des Friedensabkommen und nach Abschluß der ersten Etappe des Rückzugs der israelischen Truppen vor.

Zu einer Regelung der Palästinenserfrage trugen die Abkommen von Camp-David gar nicht bei. zur Verwircklichung der Vereinbarungen von Camp-David begannen am 12. Oktober 1978 unter US-Schirmherrschaft ägyptisch-israelische Verhandlungen über den Abschluß eines Friedensvertrages zwischen den beiden Staaten. Am 26. März 1979 wurde ein neues Abkommen unterschrieben. Es enthielt Vereinbarungen über den Rückzug Israels von der Sinai-Halbinsel und die Rückgabe des Gebietes in ägyptische Souveränität sowie die Errichtung von Zonen mit geringer Truppenkonzetration. Die israelische Siedlungen auf Sinai sollten geräumt werden.

Im Februar 1980 erfolgte der Austausch von Botschaftern, der Wirtschaftsboykott gegenüber Israel wurde aufgehoben und israelische Schiffe konnten ungehindert den Suezkanal passieren.

Die Räumung der Sinai-Halbinsel war im April 1982 abgeschlossen.

Der 4.Nahostkrieg

AM 6. Oktober 1973 , am Jom Kippur , dem jüdischen Feiertag, und gleichzeitig im Islamischen Fastenmonat Ramadan, überquerten ägyptische Panzer auf Pontonbrücken den Suezkanal. Etwa 240 Flugzeuge der ägyptischen Luftwaffe bombardierten israelische Stellungen; syrische Panzereinheiten drangen auf den Golan-Höhen vor. Die ägyptische Armee durchbrach die "unüberwindbare" Bar-Lev-Linie und stiesligen etwa 30 Kilometer ins Innere der Sinai-Halbinsel vor, wo ihre offensive aus bisher unverständlichen Gründen stoppte.

Am Abend des 8. Oktober 1973 erklärte der israelische Verteidigungsminister Moschee Dajan, daß die Festungen der Bar-Lev-Linie gefallen sind.

Premierministerin Golda Meir flog in die USA, um die Lage persönlich mit US-Präsident Richard Nixon zu beraten.

Am 11./12. Oktober gelang es der israelischen Armee, zunächst an der syrischen Front die militärische Initiative wiederzuerlangen. Sie überschritt die faktische Waffenstillstandslinie von Juni 1967 und besetzte weitere syrische Territorien. Daraufhin trat zur Unterstützung Syriens am 13. Oktober Jordanien in den Krieg ein. Nach heftigen Kämpfen besetzte Israel am 22. Oktober den Berg Hermon. Am 16. Oktober wurde die auf Sinai operierende dritte ägyptische Armee von israelischen Truppen, geführt von Ariel Scharon, eingekreist und in eine sehr komplizierte Situation gebracht.

Die am 22. Oktober veröffentlichte Resolution 338 enthielt die Aufforderung an alle Parteien, sofort die militärische Aktivitäten zu beenden, unverzüglich mit der Verwirklichung der Resolution 242 zu beginnen sowie Verhandlungen mit dem Ziel aufzunehmen, einen gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten herzustellen.

Noch am selben Tag wurde die Resolution von Ägypten, Israel und Jordanien anerkannt. Syrien stimmte der Entschließung am 24. Oktober zu.

Doch erst am 25. Oktober, nachdem die Einkreisung der dritten ägyptischen Armee durch die israelische Armee abgeschlossen worden war, schwiegen auf der Halbinsel die Waffen.

Der Junikrieg (Der 6-Tage-Krieg)

Am 1. Juni 1967 wurde in Israel "Regierung der Nationalen Einheit" gebildet. Ministerpräsident war Levi Eschkol. Er berief Mosche Dajan zum Verteidigungsminister sowie Menachem Begin und Josef Sapir zu Ministern ohne Portefeuille. Am 4. Juni beschloß die neue Regierung für den folgenden Morgen Angriffshandlungen gegen Ägypten.

Am 5. Juni 1967 starteten 183 israelische Kampfflugzeuge als erste Angriffswelle zur Zerstörung ägyptischer Luftbasen. Um der feindlichen Abwehr zu entgehen, folgten sie einen Umweg über das Mittelmeer. Innerhalb von 70 Minuten wurden 197 ägyptische Flugzeuge vernichtet - davon 189 am Boden und nur acht bei Luftkämpfen - sowie 16 Radarstationen. Sechs Flugplätze - 4 auf der Halbinsel Sinai und 2 westlich des Suezkanals - wurden weitgehend zerstört, so daß ihre Nutzung für lange Zeit nicht mehr möglich war.

Die 2. Angriffswelle begann um 9.43 Uhr und hatte mit Abwehrmaßnahmen der ägyptischen Armee zu rechnen. Dennoch konnten bei der Bombardierung von 14 Luftstützpunkten weitere 107 Flugzeuge zerstört werden.

Die ägyptische Armee verlor in den ersten Stunden des Junikrieges drei Viertel ihrer Luftstreitkräfte.

Gegen Mittag griff die jordanische Luftwaffe die Ölraffinerien bei Haifa und einen israelischen Flughafen in Meggido an. Ein kleines Flugfeld bei Kfar Syrkin nahmen die Syrer unter Beschoß. Bei Einsätzen gegen die jordanischen Flughäfen Mafrak und Amman wurden alle 28 jordanische Kampfflugzeuge außer Gefecht gesetzt. Syrien verlor mit 53 von 112 Flugzeugen fast die Hälfte seiner Luftwaffe.

Geführt von Jisrael Tal, Avraham Joffe unnd Ariel Scharon besetzte die israelische Armee am 6. Juni den Gaza-Streifen, erreichten am 9. Juni in breiter Front den Süezkanal und hatten am 10. Juni die Sinai-Halbinsel vollständig in ihrer Gewalt. Die israelische Truppen trafen dabei auf stärkeren Widerstand im Gaza-Streifen und in der Küstenstadt El-Arisch.

In der Nacht von 5. zum 6. Juni begann auf der jordanischen Front die Schlacht um die heilige Stadt. Jordanische (palästinensische) und israelische Soldaten kämpften um jede Straße , um jedes Haus.

Am 7. Juni um 10 Uhr erreichten israelische Truppen die Klagemauer. Unmittelbar danach erklärte Verteidigungsminister Mosche Dajan die Wiedervereinigung der heiligen Stadt.

Am 8. Juni hatte sie israelische Armee die Kontrolle über das gesamte Westjordangebiet, und hielt sich an die Zusicherungen des Ministerpräsidenten Levi Eschkol dem König Hussain, Jordanien nicht anzugreifen.

Nach Beendung der Kämpfe auf Sinai und Westjordanland verstärkte sich der israelische Angriff auf den Golan sehr. Am 10. Juni wurde Kuneitra, das indessen bereit von syrischen Truppen geräumt worden war, kampflos eingenommen.

Am 7. Juni erklärte sich Jordanien dazu bereit, die Kampfhandlungen einzustellen. Ägypten am 8. Juni und Syrien am 9. Juni. Von israelischer Seite wurde die Bereitschaft, die Waffen niederzulegen, am Abend des 10. Juni, 18:30 Uhr Ortszeit, bekundet.

Von den 1,3 Millionen Palästinensern im Westjordanland und Gaza-Streifen wurden laut UNO-Angaben mehr als 500.000 durch den Krieg vertrieben. Weniger als 10% dieser Flüchtlinge durften nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren.

1. Nahostkrieg

Am 15. Mai 1948, nur einen Tag, nachdem die Juden ihren Staat proklamiert hatten, griffen ägyptische, jordanische, syrische, libanesische und irakische Truppen Israel an. 1949 schwiegen endlich die Waffen. Israel hatte seine Grenzen ausweiten können, Jordanien hatte das Westjordanland annektiert.

Die Waffenruhe währte nicht lange. Israel befürchtete einen Angriff Ägyptens und löste 1956 den 2. israelisch-arabischen Krieg aus. Jüdische Soldaten rückten bis an den Suezkanal vor. Die Welt sah diesmal nicht tatenlos zu: UN-Truppen übernahmen die Kontrolle an der Grenze zwischen Israel und Ägypten.