Palästinensischer Wissenschaftler in Kuala Lumpur ermordet

Nach der Ermordung eines palästinensischen Wissenschaftlers nehmen die Spannungen in Palästina zu. Fadi al-Batsch wurde am Samstag in Kuala Lumpur auf dem Weg zu einer Moschee von zwei Männern auf einem Motorrad erschossen, wie die örtliche Polizei mitteilte.

Israels Geheimdienstminister Israel Katz sagte dazu am Sonntag: "Ich schlage Ismail Hanjia, der schon mit Anschlägen auf Israelis im Ausland gedroht hat, vor, weniger zu reden und sich mehr in Acht zu nehmen." Israel würde in einem solchen Fall die Politik der gezielten Tötungen militanter Palästinenser im Gazastreifen wieder aufnehmen, drohte Katz. Ranghohe Hamas-Mitglieder in Gaza, darunter auch Hanija, müssten dann damit rechnen, zu Schaden zu kommen.

Nach Angaben von Ahmad Zahid Hamidi, stellvertretender Premierminister von Malaysia, war der Palästinenser ein Dozent für Elektrotechnik. Man gehe davon aus, dass Al-Batsch eine "Bürde für ein Land darstellte, das Palästina feindlich gegenübersteht", sagte Hamidi nach Angaben nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Bernama. Die Angreifer seien Agenten mit europäischem Aussehen gewesen. Er kündigte polizeiliche Ermittlungen an.

Der israelische Geheimdienstminister Katz wollte sich nicht konkret zu dem Vorfall in Malaysia äußern, sagte jedoch: "Aus israelischer Sicht ist es immer positiv, wenn die Fähigkeiten der Hamas beschnitten werden und der Staat Israel wird überall und mit allen notwendigen Mitteln gegen jene vorgehen, die ihm schaden wollen."

Israelische Medien berichteten am Sonntag, die Familie von Al-Batsch wolle seine Leiche zur Beerdigung in den Gazastreifen überführen. Erziehungsminister Naftali Bennett sagte, Israel werde dies nicht zulassen. Die Familie von Al-Batsch bemüht sich den Angaben zufolge jedoch um eine Überführung über Ägypten in den Gazastreifen.

Hamas-Chef Ismail Hanija sagte am Samstag in einem Trauerzelt für das Hamas-Mitglied Fadi al-Batsch, Israel habe eine "offene Rechnung" mit dem palästinensischen Volk. Er warf dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vor, für die Tat in Malaysia verantwortlich zu sein und sagte, Israel habe den Konflikt "ins Ausland verlegt".