Marsch der Rückkehr 20.04.2018: Besatzungsarmee ermordet vier Palästinenser

Den vierten Freitag in Folge haben Tausende Palästinenser für ihr Rückkehrrecht demonstriert. Sie zündeten junge Palästinenser Dutzende Autoreifen an und präparierten Hunderte Lenkdrachen. Sie lenkten die Drachen nach Israel –arabischen und hebräischen Botschaften wie:

"Ihr Zionisten: Es gibt keinen Platz für euch in Palästina...
Eure Führungen schickt euch zum Tod oder zur Verhaftung...
Jerusalem ist die Hauptstadt von Palästina".

Israelische Besatzungssoldaten hätten einen 15-Jährigen sowie einen 24-Jährigen und einen 25-Jährigen im Norden des Gazastreifens erschossen, teilten die Gesundheitsbehörden im Gazastreifen mit. Ein 29-jähriger Palästinenser sei im Süden des Gebiets ermordet worden. 450 Palästinenser seien verletzt worden, die Hälfte durch Schüsse der israelischen Besatzungsarmee. Seit Beginn der Proteste wurden damit nach Angaben aus Gaza mindestens 39 Palästinenser ermordet. Hunderte weitere wurden durch Kugeln oder Tränengas verletzt.

Seit dem 1. April versorgte die Organisation Ärzte ohne Grenzen am Rande der Proteste nach eigenen Angaben mehr als 500 Menschen mit Schussverletzungen. Es handele sich um "ungewöhnlich schwere und ernste Verletzungen", erklärte die Organisation.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Am 15. Mai jährt sich zum 70. Mal die Nakba (Tag der Katastrophe). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an Vertreibung von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen.