Israel zerstört Räume einer EU geförderten Schule im Westjordanland

Laut Berichten der britischen Zeitung "The Independent" sollten die sechs Stahlkabinen in der Westbank 80 Kindern aus dem Ort Jubbet-Ad-Dhib im Alter zwischen fünf und zehn Jahren als Schule dienen. Einen Tag vor Schulbeginn wurden die Kabinen von israelischen Besatzungsbehörden demoliert. Die Kinder begannen ihr Schuljahr stattdessen in notdürftig aufgestellten Zelten.

Nach der Räumung und Zerstörung der Schulräume wurde der Ort abgeriegelt, und zu einer militärischen Sperrzone erklärt. Laut der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem soll es nach der Räumungsaktion auf der Seite der israelischen Sicherheitskräfte zum Einsatz von Blendgranaten gekommen sein. Von palästinensischer Seite soll es Steinwürfe gegeben haben.

Die Schule im Westjordanland war ohne Genehmigung errichtet worden. Die Klassenräume waren eine Spende der Europäischen Union. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem sprach von "systematischer Schikane" und protestierte gegen das Vorgehen.

Laut Angaben von Militärstellen der israelischen Besatzung wurden im Jahr 2016 mehr als 300 palästinensische Strukturen in der Westbank zerstört. Ein Teil der zerstörten Einrichtungen war auch hier von der Europäischen Union oder NGOs gespendet. Laut Menschenrechtsorganisationen wurden im letzten Jahr sogar so viele palästinensische Einrichtungen zerstört wie niemals zuvor, seit die Organisationen die Zerstörungen dokumentieren.