Issawis Familie schreibt einen Brief an die EU

Die Familie des im Hungerstreik stehenden  Samer Issawi übergab am Montag einen Brief an EU-Vertreter in Ostjerusalem, in dem seine Freilassung aus israelischer Haft gefordert wird – so der ehemalige Minister für Angelegenheiten Jerusalems Hatim Abdul-Qatdr gegenüber Ma’an.

Verschiedene Repräsentanten palästinensischer Parteien begleiteten die Familie bei der Übergabe des Briefes.

In dem Anschreiben wurde auch die indifferente Haltung der EU beklagt, die den Häftlingen im Hungerstreik keine Unterstützung ist.

Es wird erwartet, dass Israel in den nächsten 48 Stunden auf diesen Brief antwortet, so der EU-Vertreter. Dieser fügte hinzu, dass die EU-Außenamtschefin Catherine Ashton Israel kontaktiert habe, um eine Entscheidung in der Sache Issawi eine Entscheidung zu erreichen.

 

Das palästinensische Ministerium für Gefangenenangelegenheiten erklärte am Montag, dass Issawi ab sofort jede Anhörung vor israelischen Gerichten boykottieren wird. Die nächste Anhörung soll, nach Mitteilung der Ofer-Militärhaftanstalt, am 9.Mai stattfinden.

Issawi nimmt zur Zeit nur noch Zucker in Wasser gelöst zu sich und sein Puls sank auf 30 Schläge in der Minute, so sein Anwalt Jawad Bulous am vergangenen Sonntag.

Seit dem 27.Februar befindet sich Issawi im Kaplan-Medic-Center, weil er seinen Hungerstreik bis zur Freilassung fortsetzen wird.

Issawi war im Oktober 2011 während des Gefangenenaustausches freigekommen und 7.Juli 2012 wieder verhaftet worden. Angeblich habe er seine Amnestie-Auflagen verletzt, indem er  seinen Wohnsitz wieder in Jerusalem aufgesucht hatte. Nun wird versucht, Issawis Amnestie zu widerrufen und seinen früheren Status als Häftling wieder herzustellen.