UNO drängt auf Lösung vor Freitag

Der UN-Beauftragte für den Friedensprozess im Nahen Osten, Nikolaj Mladenow, hatte zuvor darauf gedrängt, eine Lösung für den aktuellen Konflikt vor den nächsten Freitagsgebeten zu finden - da sonst eine neue Eskalation drohe. Er warnte davor, die Vorkommnisse als örtliches Problem zu unterschätzen. Sie hätten vielmehr internationale Sprengkraft.

"Die mögen sich vielleicht auf ein paar Hundert Quadratmetern in Jerusalem abspielen, aber sie beeinflussen Hunderte von Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt", sagte Mladenow. "Sie haben das Potenzial für katastrophale Auswirkungen (...) weit jenseits des Nahen Ostens."

Die Aufstellung der Metalldetektoren hatte Palästinenser und Teile der muslimischen Welt in Wut versetzt und Unruhen ausgelöst, bei denen vier Palästinenser und drei israelische Siedler getötet wurden.

Tote in israelischer Botschaft in Jordanien

Bei einer Schießerei auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Jordanien sind Sicherheitskreisen zufolge zwei Menschen getötet worden. Beide sollen Jordanier sein. Zwei weitere Personen seien bei dem Vorfall am Sonntag in Amman verletzt worden, darunter ein Israeli.

Die Schüsse seien in einem Gebäude gefallen, nachdem zwei jordanische Mitarbeiter einer Möbelfirma das Gelände betreten hätten, gab die Polizei bekannt. Details lagen zunächst nicht vor, Israel verhängte eine Informationssperre.

US-Sondergesandter reist nach Israel

Nach den schwersten Zusammenstößen zwischen Israelis und Palästinensern seit Jahren schicken die USA einen Spitzendiplomaten in die Region. Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump für internationale Verhandlungen, Jason Greenblatt, machte sich noch am Sonntag auf den Weg nach Israel, wie ein Regierungsvertreter in Washington sagte. Trump und die Regierung verfolgten die Ereignisse in der Region genau.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) hatte am Freitagabend unter dem Eindruck der Konfrontationen alle Beziehungen zu Israel ausgesetzt. Die schließt erstmals seit einem Jahrzehnt auch die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel ein, wie Abbas am Sonntag bestätigte. Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte der Nachrichtenseite "ynet" dazu am Sonntag: "Wir sind viele Jahre lang ohne Sicherheitszusammenarbeit ausgekommen, wir werden es auch jetzt schaffen."

Israel installiert neue Überwachungskameras

Im Streit über Sicherheitskontrollen an der Al-Aksa Moschee in Jerusalem hat die israelische Besatzung neue Überwachungskameras am Eingang zur heiligen Stätte angebracht. Es ist offen, ob die Kameras die umstrittenen Metalldetektoren ersetzen oder ergänzen sollen.

Die Palästinenser lehnen beide Maßnahmen ab. Die Verschärfung der Sicherheitschecks hatte nach dem Freitagsgebet zu schweren Ausschreitungen geführt. Vier Palästinenser starben, 400 wurden verletzt. Israel hatte nur Männern über 50 und Frauen den Zutritt zur Al-Aksa-Moschee gestattet. Al-Aksa-Moschee und Felsendom auf dem Plateau werden von den Muslimen als heilige Stätten verehrt.

Arabische Liga: Israel spielt mit dem Feuer

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit, warnte in dem Streit um die Sicherheitskontrollen Israel vor Konsequenzen. "Die israelische Regierung spielt mit dem Feuer und riskiert es, eine große Krise mit der arabischen und der islamischen Welt auszulösen", sagte er nach Angaben eines Sprechers in Kairo. Jerusalem sei für Araber und Muslime eine rote Linie, die nicht überschritten werden dürfe.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas brach am Freitag auch die Beziehungen zu Israel ab.