Israelische Besatzung nimmt Graffiti-Künstler fest

Israelische Besatzungssoldaten haben im Westjordanland zwei italienische Graffiti-Künstler festgenommen. Diese waren dabei, ein Bild der Palästinenserin Ahed Tamimi auf die Grenzmauer in Bethlehem zu malen, wie palästinensische Behörden mitteilten.

Ein israelischer Sprecher der israelischen Besatzung bestätigte unterdessen am Sonntag, dass zwei italienische Graffiti-Künstler und ein Palästinenser am Vorabend festgenommen wurden. Sie hatten in der Nähe von Bethlehem ein Porträt von Ahed Tamimi auf die Trennmauer zu gemalt. Die Männer seien wegen Beschädigung der Sperranlage festgenommen worden, hieß es in der Mitteilung der israelischen Besatzung.

Der italienische Künstler Jorit Agoch malt in Bethlehem ein Portrait der noch inhaftierten Ahed Tamimi. Das Wandbild befindet sich direkt neben einem Bild der 21-jährigen palästinensischen Krankenschwester Razan al-Najjar, die Anfang Juni durch Schüsse israelischer Sicherheitskräfte starb, als sie einen Demonstranten in Gaza verarzten wollte.

Besatzungsarmee ermordet erneut drei Menschen und verletzt über 200

Im Gazastreifen wurden am Freitag zwei Palästinenser von Besatzungssoldaten ermordet und mehr als 200 verletzt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurde dabei auch ein 14-jähriger Junge ermordet. Am Samstag ergänzte das Gesundheitsministerium, ein weiterer Jugendlicher sei seinen Verletzungen erlegen.

Die israelische Armee teilte mit, rund 7000 Palästinenser hätten an Ausschreitungen entlang der Grenze teilgenommen. Sie hätten Steine auf Soldaten geworfen und Reifen in Brand gesetzt. Einige hätten den Grenzzaun beschädigt.

In der vergangenen Woche war die Lage mehrfach eskaliert, die die Sorge vor einem neuen Gazakrieg nährten. Seit Ende März spitzen sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zu. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden seitdem mehr als 150 Palästinenser von israelischen Soldaten ermordet.

Israelische Besatzung stürmt Al-AKsa-Moschee

Nach dem Freitagsgebet gingen die Besatzungssoldaten auf die palästinensischen Gläubigen los auf dem Al-Haram mit der Al-Aksa in Jerusalem. Bei den Zusammenstößen wurden zudem rund 40 Palästinenser verletzt und mehr als 20 festgenommen. Anschließend wurden die Zugänge zum Al-Haram mit der Al-Aksa Moschee geschlossen, die das drittwichtigste Heiligtum für Muslime ist.

Die muslimischen Behörden „Waqf „ erklärten, Dutzende Menschen seien durch Blendgranaten verletzt worden. Auf Videobildern, die von der Waqf verbreitet wurden, ist zu sehen, wie die Polizei Tränengas einsetzte, um die Palästinenser zu vertreiben. Waqf bestätigte die Schließung des Zugangs, die israelische Polizei hingegen nicht.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte den Einsatz. Das Vorgehen Israels erhöhe die Spannungen und "zieht die Region in einen Religionskrieg, vor dem wir immer gewarnt haben".

Israel hatte den überwiegend von Arabern bewohnten Ostteil Jerusalems während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzt und später annektiert. Die internationale Gemeinschaft erkennt die Annexion Ost-Jerusalems nicht an.

Im vergangenen Sommer war es zu gewalttätigen Zusammenstößen gekommen, nachdem Israel die Zugänge zum Al-Haram mit Metalldetektoren und neuen Überwachungskameras versehen hatte. Nach heftigen Protesten, bei denen vier Palästinenser ermordet und mehrere hundert verletzt wurden, ließ Israel die Anlagen wieder abbauen. Auch Besuche von israelischen Politikern auf dem Al-Haram hatten in der Vergangenheit wiederholt gewalttätige Proteste ausgelöst.

Israel bombardiert Gazastreifen und bedroht mit Krieg

Die israelische Besatzungsarmee hat mit Kampfjets und Panzern zahlreiche Ziele im Gazastreifen bombardiert. Mindestens vier Palästinenser wurden dabei laut dem Gesundheitsministerium in Gaza ermordet und 210 verletzt.

Der UN-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow, der sich zuletzt gemeinsam mit Ägypten intensiv um eine Beruhigung der Lage bemüht hatte, schrieb in einem dramatischen Appell bei Twitter: „Alle in Gaza müssen einen Schritt zurück vom Abgrund gehen. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Jetzt sofort!“ Jene, die „Palästinenser und Israelis dazu provozieren wollen, einen weiteren Krieg zu führen, dürfen keinen Erfolg haben“, schrieb Mladenow.

Israelische Medien schrieben, es handele sich um den „schlimmsten Zwischenfall seit dem Gaza-Krieg 2014“, nannten aber keine Opferzahlen.

Nach Medienberichten bombardierte die israelische Besatzung Stellung im Gazastreifen darauf hin feuerten militante Palästinenser mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet.

Am Freitag war es entlang der Gaza-Grenze erneut zu Demonstrationen gekommen. Nach Angaben von Sanitätern wurden mehre als 120 Palästinenser durch Schüsse israelischer Besatzungssoldaten verletzt.

Seit Ende März sind bei teilweise gewaltsamen Protesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 147 Palästinenser von israelischen Besatzungssoldaten ermordet und Tausende verletzt worden.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in ihre Heimatgebiete. Sie beziehen sich dabei auf Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

Israel verabschiedet das rassistische "Nationalitätsgesetz"

Nachdem Gesetzt soll Arabisch nicht mehr Amtssprache sein, nur noch Hebräisch. Der Status Jerusalems wird als Israels Hauptstadt bekräftigt. Der umstrittenste Artikel sollte ursprünglich die Errichtung ausschließlich jüdischer Wohnorte ermöglichen. Die neue Version enthält allerdings nur noch die Formulierung: "Der Staat sieht die Entwicklung jüdischer Gemeinden als nationalen Wert an und wird diese ermutigen und fördern." Zuvor hatte es geheißen, Gemeinden könnten Menschen etwa wegen ihrer Religion oder Nationalität ausschließen.

62 von 120 Abgeordneten stimmten in der Nacht zum Donnerstag für das Nationalitätsgesetz, 55 dagegen, wie israelische Medien berichteten. Der Rest war abwesend oder enthielt sich. Die arabischen Abgeordneten sollten den Saal verlassen.

Netanjahu sprach von einem "Schlüsselmoment" in der Geschichte des Zionismus und des Staates Israel. Arabische Abgeordnete reagierten dagegen mit lauten Protestrufen und zerrissen den Gesetzentwurf in einer symbolischen Geste. Der arabische Abgeordnete Ahmed Tibi sprach von einem rassistischen Gesetz, das den "Tod der Demokratie" in Israel bedeute.

Israel hatte vergangene Woche den EU-Botschafter Emanuele Giaufret gerügt, weil er nach Medienberichten rassistische Tendenzen in dem Gesetz kritisiert hat. Es sei besonders diskriminierend gegen arabische Israelis. Rund 20 Prozent der Israelis sind Araber, rund 75 Prozent sind Juden.