Papst warnte vor einer Eskalation

Papst Franziskus warnte vor einer Eskalation des Konflikts. Er verfolge die schweren Spannungen und die Gewalt mit großer Sorge, sagte er nach dem Angelusgebet in Rom. Er fühle die Notwendigkeit für einen "Appell zu Mäßigung und Dialog".

Auch auf internationaler Ebene herrscht nun Sorge vor einer weiteren Zuspitzung des Nahost-Konflikts. Die Uno, die EU, die USA und Russland riefen Israel und Palästinenser zur Mäßigung auf. Der Uno-Sicherheitsrat setzte für Montag eine Dringlichkeitssitzung an. Dort werde beraten, "wie Appelle zu einer Deeskalation unterstützt werden können", kündigte der schwedische Uno-Botschafter Carl Skau an. Das Auswärtige Amt in Berlin appellierte an alle Beteiligten, zur Deeskalation beizutragen.

Israel ermordet 3 Palästinenser und verletzt 400

In Ostjerusalem und im Westjordanland haben Tausende Palästinenser gegen die israelische Besatzung und dessen Sicherheitsmaßnahmen am Al-Haram Al-Sharif (Edles Heiligtum). demonstriert.

Nach den Freitagsgebeten ermordeten die israelischen Besatzungssoldaten zwei Palästinenser. Rund 400 Palästinenser wurden zudem bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften in Jerusalem und im umliegenden Westjordanland verletzt. Mehrere der Verletzten seien noch in Lebensgefahr, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium zudem mit. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mussten sie in Krankenhäusern behandelt werden, weil sie von Hartgummigeschossen getroffen wurden oder Tränengas einatmeten. An Militärsperren der israelischen Besatzung bei Ramallah und Bethlehem kam es zu Unruhen.

Nach palästinensischen Angaben setzte Israel Tränengas und Geschosse gegen die Demonstranten ein. Die Palästinenser lehnen die Kontrollen durch Metalldetektoren ab und sehen ihre Aufstellung als Versuch Israels, die Kontrolle über die heilige Stätte auszuweiten.

Israel beschränkt Zutritt zum Al-Aksa

Israel begrenzt den Zugang zum Al-Haram Al-Sharif für Muslime. Nur Männer über 50 und Frauen jeden Alters sollen vorerst Zutritt zu der heiligen Stätte finden.

Hunderte jüngerer Männer, denen der Zugang verwehrt wurde, beteten dann auf der Straße außerhalb der Altstadtmauern. Auch an Militärsperren der israelischen Besatzung im Westjordanland beteten Muslime, die keine Einreisegenehmigung erhielten.

Der Erzbischof der Griechisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem sagt, die palästinensischen Christen stünden hinter den palästinensischen Muslimen. Ein Angriff auf al-Aqsa sei ein Angriff auf alle Palästinenser.

Abbas: Trump müsse sich sofort einmischen

Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Freitagmorgen beschlossen, die umstrittenen Metalldetektoren vorerst nicht abzubauen.

Abbas habe bei einem Telefongespräch mit dem US-Nahostgesandten Jared Kushner den Abbau der Metalldetektoren gefordert, berichtete die regierungstreue palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. US-Präsident Donald Trump müsse "sich sofort einmischen, um Israel dazu zu zwingen, seine Maßnahmen an der Al-Aksa-Moschee rückgängig zu machen", forderte der Palästinenserpräsident dem Bericht zufolge. Anderenfalls könne die Lage außer Kontrolle geraten.

50 Verletzte Palästinenser am Al-Haram Al-Scharif

Die zweite Nacht in Folge ist vor dem Al-Haram Al-Scharif in Jerusalemer und israelische Besatzungskräfte zusammengestoßen. Die Lage in und um die Altstadt von Jerusalem ist weiter explosiv. Hintergrund sind verschärfte Sicherheitschecks für Palästinenser.

Bei nächtlichen Zusammenstößen mit der Polizei sind in der Nähe von Al-Haram Al-Schrif in Jerusalem rund 50 Palästinenser verletzt worden. 15 davon seien von Geschossen mit Gummimantel getroffen worden, teilte das Rote Kreuz am Dienstag mit. Hintergrund der Unruhen sind verschärfte Sicherheitschecks für muslimische Gläubige am Al-Aqsa Moschee.

Der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, kritisierte die Sicherheitsschleusen mit Metall-Detektoren als Veränderung des Status quo. Er und weitere muslimische Geistliche forderten die Gläubigen bereits am Montag auf, nicht durch die Sicherheitsschleusen zu gehen und notfalls außerhalb der Zugänge zu beten.