Kein offizielles Angebot Israels zum Ende von Issawis Hungerstreik

Der Anwalt von Palästinas Gefangenenvereinigung (PPC), Jawad Boulos, teilte heute mit, dass es kein offizielles Angebot Israels gibt, welches zu einem Ende der Situation des hungerstreikenden Häftlings Samer Issawi führen könnte.

Wir haben zuletzt berichtet, das Issawi eine 6-monatige Haft angeboten wurde, wenn er sofort seinen Hungerstreik beenden würde.

In einer Pressemitteilung der PPC wurde betont, dass man immer noch auf eine amtliche israelische Positionierung zu den Verhandlungen Issawis mit der israelischen Gefängnisverwaltung warte.

Boulos sagte weiter, dass das Gericht zum Termin der Anhörung heute, Issawis Entscheidung zum Boykott derselben und zur Nichtanerkennung der Zuständigkeit des Gerichts zur Kenntnis genommen habe.

Issawi hatte das Gericht über seine Entscheidung informiert: “Ich wurde von einem Jerusalemer Gericht zu 8 Monaten verurteilt worden, die Haftzeit sollte im März enden. Deswegen gibt es keinen Grund für weitere Haft. Ich werde niemals dieses Prüfungskomitee und dessen Maßnahmen gegen micvh anerkennen!“  

Israels bietet Issawi 6 Monate Haft – ohne Urteil!

Minister Issa Qaraqe erklärte heute, dass Israels Gefängnisverwaltung Issawi 6 Monate Haft, gezählt vom 7. April 2013, angeboten habe, wenn er im Gegenzug den Hungerstreik beenden würde.

Qaraqe berichtete, dass Issawi eine schriftliche Bestätigung dieses Angebotes von einem berechtigten Unterhändler, unterschrieben im Beisein seines palästinensischen Anwalts, verlangt habe.

Issawi sagte, dass ihn keiner beeinflussen – ob durch Täuschung oder Drohung -  könne, vom totalen Hungerstreik Abstand zu nehmen. Nur Israels Anordnung seiner Freilassung, könne ihn umstimmen.

Er bestärkte seinen Boykott israelischer Gerichte und die Weigerung ausgewiesen zu werden.

Israel verhaftete wieder und lädt vor

Heute verhafteten Israels Besatzungstruppen 3 Palästinenser, darunter 2 früher Freigelassene Häftlinge, in Umland von Nablus und lud einen anderen aus dem Aida-Flüchtlingslager bei Bethlehem zur Befragung vor.

Zeugen berichteten WAFA, dass die Männer nach den üblichen Prozedere – Durchsuchung mehrer Wohnhäuser – verhaftet wurden. Der Bewohner des Aida-Flüchtlingslagers wurde in das Militärbüro des Gush Etzion Siedlerzentrum zur Befragung vorgeladen.

Israels Unterhändler setzen Issawi unter Druck

Israel Unterhändler besuchten Issawi im Kaplan-Hospital um ihn unter Druck zu setzen, die Angebote zum Ende seines Hungerstreiks zu akzeptieren, so Boulos in der letzten Woche.

Es hatte aber keinen Fortschritt bei den Gesprächen gegeben.

Der Minister Palästinas für Gefangenenangelegenheiten verurteilte am heutigen Sonntag Israels “unmoralische Angebote, um Issawi zu täuschen und unter Druck zu setzen! Die Verhandlungen mit Israel sind verlorene Zeit!“

Issawi verweigert die Aufnahme von Vitaminen

Der Anwalt der Palästinensischen Gefangenengesellschaft – Jawad Boulos – teilte Ma’an mit, dass Issawi ab Donnerstag auch die Aufnahme von unterstützenden Hilfsmittel, wie Traubenzucker und Vitaminen,  verweigerte, um seiner Unzufriedenheit mit den Verhandlungen wegen seiner Freilassung Ausdruck zu verleihen.

Issawis Herzschlag verläuft immer langsamer und unregelmäßiger, sein Gewicht liegt derzeit bei 45 kg, fügte Boulos hinzu.

Issawi befindet sich jetzt seit über 275 Tagen im Hungerstreik und hatte bisher alle Angebote Israels zurückgewiesen, ihn in ein Exil zu schicken. Er will in seinen Familienwohnsitz in Jerusalem zurückkehren.

Israels Militärgericht im Ofer-Militärgefängnis will am Montag eine “Eil-Anhörung” durchführen, nachdem die totale Verweigerung, auch von Vitaminen, bekannt wurde, so sein Anwalt am heutigen Sonntag.