Israel verhaftet weiter quer durch die besetzten Gebiete

Besatzungssoldaten verschleppten heute einen früheren Gefangenen aus dem Ort Azzon vor Qalqiliya.

In Bethlehem wurde ein 20-jähriger Bewohner aus dem Dheisheh Flüchtlingslager nach gründlicher Durchsuchung seines Wohnhauses verhaftet.

Die Freiheit der Gefangenen ist der Maßstab für Israels Friedenswillen

Der Präsident des Staates Palästina Mahmoud Abbas erklärte, dass die Freiheit der palästinensischen Häftlinge in Israels Gefängnissen der Maßstab sein wird, der Israels Absichten in Bezug auf den Friedensprozess klarstellt.

Die aufgezeichnete Eröffnungsrede hielt Abbas anlässlich der 2-tägigen Konferenz zur Freiheit und Würde in Ramallah und anlässlich der nun schon 11 Jahre währenden Einkerkerung des Fatah-Führers und Parlamentsmitglied Marwan Barghouti vor einer großen Anzahl internationaler Gäste. Dort betonte er auch, dass Israels Verbrechen nicht ungestraft verübt werden können oder gar in Vergessenheit geraten.

„Palästina ist ein Beobachterstaat – ohne Mitgliedstatus - der Vereinten Nationen; aber wir haben jetzt die Freiheit in internationale Foren aktiv zu werden.“

Keinen Unterschied zwischen Israel und Apartheidregime

Das Mitglied des Afrikanischen Nationalkongresses, Ahmed Deedat, sprach auf den Treffen über seine Erfahrungen in südafrikanischen Gefängnissen der Apartheidzeit, die durchaus mit dem Verhältnis Israels mit den Palästinensern vergleichbar ist.

Er rief die Anwesenden zur weiteren Unterstützung der palästinensischen Gefangenen auf. Es gibt keinen Unterschied zwischen Israel und dem untergegangenen Apartheidregime, beide unterdrückten Menschen, die das niemals akzeptierten oder noch akzeptieren werden.

EU ist wegen der Gefangenenangelegenheiten aufs äußerste besorgt

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Isabelle Durant, erklärte, dass die EU wegen der Gefangenenangelegenheiten aufs äußerste besorgt sei und alles mögliche zu deren Freilassung unternehmen wird.

Weiter sagte sie in ihrer Rede als Vertreterin des Parlamentspräsidenten Martin Schulz, dass Israel dafür verantwortlich zu machen sei, wenn Gefangene ohne Gerichtsurteil beliebig lange festgehalten werden. Das ist eine Frage der gültigen Menschenrechte!

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter gab seiner Solidarität mit den palästinensischen Häftlingen in einer Video-Botschaft Ausdruck als er die Wichtigkeit der Freiheit für die Gefangenen und für den Frieden hervorhob.

Ebenfalls rief Carter die Palästinenser zur Bildung einer gemeinsamen Regierung auf und zu schnellstmöglichen Neuwahlen unter einer geeinten Führung.

 

Konferenz zur Freiheit und Würde - Marwan Barghouti 11 Jahre Haft

Delegationen von über 100 internationalen Organisationen aus allen Erdteilen trafen am Freitag in Ramallah ein, um an einer 6-tägigen Beobachtungsreise durch die Westbank und Jerusalems teilzunehmen. Später soll eine Diskussion über die palästinensischen Gefangenen in Israels Strafanstalten und deren Haftbedingungen geführt werden.

Der noch amtierende Ministerpräsident Salam Fayyad erklärte, dass das Treffen den Gefangenen zeigen wird, dass sie nicht alleine dastehen. Weiter sagte er: Die Zeit wird kommen, wo Israels Rechtsbrüche ein Ende haben werden!“

Der Minister für Gefangenenangelegenheiten – Issa Qaraqi – unterrichtete die Anwesenden über die Gewalt in Israels Gefängnissen und in den besetzten Gebieten. Er sprach über die täglich präsente Folter, die sexuellen Bedrohungen und Übergriffe und die Hausarreste.

Qaraqi bekräftigte, dass solange Israel palästinensische Gefangene, meistens völlig willkürlich, in Haftanstalten hält, es keinen Frieden geben wird!

Marwan Barghoutis Frau, Fadwa, verlas einen Brief ihres Mannes, indem Marwan forderte, Palästinas UN-Status als Beobachter, in eine der Vollmitgliedschaft umzuwandeln.

„Die Siedlungsbauten in den palästinensischen Territorien müssen beendet werden und die alle umgehend geräumt werden.“