5. Marsch der Rückkehr: Besatzungssoldaten ermorden drei Palästinenser

Es ist der fünfte Freitag in Folge. 45 Palästinenser wurden in vier Wochen von den isralischen Scharfschützen ermordet. Mehr als 5500 seien verletzt worden. Vier Kinder seien von den israelischen Besatzungssoldaten ermordet worden, drei davon seien von Kugeln in Kopf oder Hals getroffen worden.

Nach Angaben der israelischen Besatzungsarmee nahmen an diesem Freitag rund 10000 Palästinenser an Marsch der Rückkehr teil. Die Besatzungssoldaten haben heute drei Palästinenser ermordet. Mehr als 150 Menschen seien durch Schüsse verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza mit. 

Auslöser des “Marschs der Rückkehr” ist der 70. Jahrestag der Nakba ("Tag der Katastrophe"), weil im ersten Nahostkrieg 1948 etwa 750.000 Palästinenser aus ihren Orten mit Gewalt und Massakern vertrieben wurden.

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf wirft Israel übermäßige Gewalt gegen protestierende Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen vor. In den vergangenen vier Wochen seien 42 Palästinenser ums Leben gekommen, berichtete das Büro in Genf. Mehr als 5.500 seien verletzt worden.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, warnte Israel, sein Einsatz könnte das humanitäre Völkerrecht verletzten. Nach internationalem Recht sei im Ausnahmefall der Einsatz von tödlicher Gewalt legal, sagte Al-Hussein. Allerdings sei schwer vorstellbar, dass Steinwürfe aus großer Entfernung auf geschützte Sicherheitskräfte eine derartige Bedrohung darstelle. Das könnte einen Verstoß gegen die Genfer Konventionen darstellen.

Palästinensischer Wissenschaftler in Kuala Lumpur ermordet

Nach der Ermordung eines palästinensischen Wissenschaftlers nehmen die Spannungen in Palästina zu. Fadi al-Batsch wurde am Samstag in Kuala Lumpur auf dem Weg zu einer Moschee von zwei Männern auf einem Motorrad erschossen, wie die örtliche Polizei mitteilte.

Israels Geheimdienstminister Israel Katz sagte dazu am Sonntag: "Ich schlage Ismail Hanjia, der schon mit Anschlägen auf Israelis im Ausland gedroht hat, vor, weniger zu reden und sich mehr in Acht zu nehmen." Israel würde in einem solchen Fall die Politik der gezielten Tötungen militanter Palästinenser im Gazastreifen wieder aufnehmen, drohte Katz. Ranghohe Hamas-Mitglieder in Gaza, darunter auch Hanija, müssten dann damit rechnen, zu Schaden zu kommen.

Nach Angaben von Ahmad Zahid Hamidi, stellvertretender Premierminister von Malaysia, war der Palästinenser ein Dozent für Elektrotechnik. Man gehe davon aus, dass Al-Batsch eine "Bürde für ein Land darstellte, das Palästina feindlich gegenübersteht", sagte Hamidi nach Angaben nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Bernama. Die Angreifer seien Agenten mit europäischem Aussehen gewesen. Er kündigte polizeiliche Ermittlungen an.

Der israelische Geheimdienstminister Katz wollte sich nicht konkret zu dem Vorfall in Malaysia äußern, sagte jedoch: "Aus israelischer Sicht ist es immer positiv, wenn die Fähigkeiten der Hamas beschnitten werden und der Staat Israel wird überall und mit allen notwendigen Mitteln gegen jene vorgehen, die ihm schaden wollen."

Israelische Medien berichteten am Sonntag, die Familie von Al-Batsch wolle seine Leiche zur Beerdigung in den Gazastreifen überführen. Erziehungsminister Naftali Bennett sagte, Israel werde dies nicht zulassen. Die Familie von Al-Batsch bemüht sich den Angaben zufolge jedoch um eine Überführung über Ägypten in den Gazastreifen.

Hamas-Chef Ismail Hanija sagte am Samstag in einem Trauerzelt für das Hamas-Mitglied Fadi al-Batsch, Israel habe eine "offene Rechnung" mit dem palästinensischen Volk. Er warf dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vor, für die Tat in Malaysia verantwortlich zu sein und sagte, Israel habe den Konflikt "ins Ausland verlegt".

EU fordert Ende der Schüsse auf Palästinenser

Die EU hat das israelische Besatzungsmilitär aufgefordert, die tödliche Gewalt gegen unbewaffnete Demonstranten zu beenden. Außerdem hat sich der diplomatische Dienst der EU dafür ausgesprochen, die Schüsse des israelischen Militärs bei Protesten entlang der Grenze des Gazastreifens unabhängig untersuchen zu lassen.

Alleine Freitag sind bei den Protesten vier Palästinenser ermordet und rund 450 verletzt worden. Israel hat die Forderung zurückgewiesen. Die Palästinenser protestieren seit Tagen gegen die israelischen Feiern zum 70-jährigen Bestehen ihres Staates.

Marsch der Rückkehr 20.04.2018: Besatzungsarmee ermordet vier Palästinenser

Den vierten Freitag in Folge haben Tausende Palästinenser für ihr Rückkehrrecht demonstriert. Sie zündeten junge Palästinenser Dutzende Autoreifen an und präparierten Hunderte Lenkdrachen. Sie lenkten die Drachen nach Israel –arabischen und hebräischen Botschaften wie:

"Ihr Zionisten: Es gibt keinen Platz für euch in Palästina...
Eure Führungen schickt euch zum Tod oder zur Verhaftung...
Jerusalem ist die Hauptstadt von Palästina".

Israelische Besatzungssoldaten hätten einen 15-Jährigen sowie einen 24-Jährigen und einen 25-Jährigen im Norden des Gazastreifens erschossen, teilten die Gesundheitsbehörden im Gazastreifen mit. Ein 29-jähriger Palästinenser sei im Süden des Gebiets ermordet worden. 450 Palästinenser seien verletzt worden, die Hälfte durch Schüsse der israelischen Besatzungsarmee. Seit Beginn der Proteste wurden damit nach Angaben aus Gaza mindestens 39 Palästinenser ermordet. Hunderte weitere wurden durch Kugeln oder Tränengas verletzt.

Seit dem 1. April versorgte die Organisation Ärzte ohne Grenzen am Rande der Proteste nach eigenen Angaben mehr als 500 Menschen mit Schussverletzungen. Es handele sich um "ungewöhnlich schwere und ernste Verletzungen", erklärte die Organisation.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Am 15. Mai jährt sich zum 70. Mal die Nakba (Tag der Katastrophe). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an Vertreibung von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen.

Marsch der Rückkehr: Ein Toter und fast 1000 Verletzte

Es ist der dritte Freitag in Folge, an dem es am Rande des Gazastreifens zu tödlichen Ausschreitungen kommt. Bei dem heutige Marsch der Rückkehr sind am Freitag ein Palästinenser ermordet und mehr als 950 verletzt worden. Ein 28-Jähriger sei an einer Schusswunde im Bauch gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit.

Die meisten der Verletzten litten den Angaben zufolge nach dem Einsatz von Tränengas an Atembeschwerden. Rund 200 Palästinenser wurden den Angaben zufolge durch Schüsse verletzt. Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte am Freitag mit, ein Sanitäterzelt sei direkt von einer Tränengasgranate getroffen worden, zehn Sanitäter hätten mit Atembeschwerden zu kämpfen gehabt.

Seit Ende März sind entlang der Gaza-Grenze 35 Palästinenser ermordet worden, Hunderte erlitten Schussverletzungen. Anlass des Marsches der Rückkehr, der bis Mitte Mai dauern soll, sind die Feiern zum 70. Jahrestag der NAKBA. Für die Palästinenser bedeutet Israels Freudentag eine Katastrophe, weil 1948 Hunderttausende Palästinenser fliehen mussten oder vertrieben wurden. Forderungen der heute rund fünf Millionen Flüchtlinge und Nachkommen auf ein "Recht auf Rückkehr" in ihre Häuser und Orte, lehnt Israel ab.