Künstler rufen Radiohead zum Israel-Boykott auf

Zahlreiche Künstler haben an Radiohead appelliert, ein für den Sommer geplantes Konzert in Tel Aviv abzusagen. In einem offenen Brief riefen die Künstler die britische Rockband auf, ihren politischen Positionen treu zu bleiben und sich wegen der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern einem Boykott anzuschliessen.

Der Brief wurde neben Pink-Floyd-Musiker Roger Waters auch vom südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu unterzeichnet.

«Da sich Radiohead für die Freiheit der Tibeter einsetzt, fragen wir uns, warum die Band sich weigert, ein anderes Volk unter ausländischer Besatzung zu verteidigen», heisst es in dem Brief. Eine Absage des Konzerts in Israel «wäre ein kleiner Schritt, um dabei zu helfen, Druck auf Israel auszuüben, seine Verletzung der Menschenrechte und des Völkerrechts zu beenden».

Wer eine «Politik der Spaltung, der Diskriminierung und des Hasses» ablehne, müsse dies überall tun, heisst es weiter. «Und das muss das einschliessen, was den Palästinensern jeden Tag widerfährt.» Zu den Unterzeichnern zählen neben dem langjährigen Israel-Kritiker Waters auch die Schriftsteller Alice Walker und Hari Kunzru, der Musiker Thurston Moore von der Alternative-Rockband Sonic Youth sowie Nick Seymour von der Band Crowded House.

UNO-Generalsekretär mahnt in Israel Zwei-Staaten-Lösung ein

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat bei einem Besuch in Israel vor einer Abkehr von der Zwei-Staaten-Lösung gewarnt. „Ich habe den Traum, dass ich im Heiligen Land zwei Staaten erleben werde, die in gegenseitiger Anerkennung, Frieden und Sicherheit zusammenleben“, sagte Guterres am Montag nach einem Treffen mit Israels Netanjahu in Jerusalem.

Als gegenwärtige Hindernisse auf dem Weg zu einer solchen Lösung nannte Guterres den israelischen Siedlungsbau in den besetzten palästinensischen Gebieten und „den Terrorismus“. Gleichzeitig verurteilte Guterres jegliche Versuche, dem Staat Israel das Existenzrecht abzusprechen. Der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern steht derzeit weitgehend still. Netanjahu ging bei einer Pressekonferenz mit dem UNO-Chef kaum auf dieses Thema ein. Stattdessen warf er UNO-Institutionen Voreingenommenheit gegenüber Israel vor.

Israel zerstört Räume einer EU geförderten Schule im Westjordanland

Laut Berichten der britischen Zeitung "The Independent" sollten die sechs Stahlkabinen in der Westbank 80 Kindern aus dem Ort Jubbet-Ad-Dhib im Alter zwischen fünf und zehn Jahren als Schule dienen. Einen Tag vor Schulbeginn wurden die Kabinen von israelischen Besatzungsbehörden demoliert. Die Kinder begannen ihr Schuljahr stattdessen in notdürftig aufgestellten Zelten.

Nach der Räumung und Zerstörung der Schulräume wurde der Ort abgeriegelt, und zu einer militärischen Sperrzone erklärt. Laut der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem soll es nach der Räumungsaktion auf der Seite der israelischen Sicherheitskräfte zum Einsatz von Blendgranaten gekommen sein. Von palästinensischer Seite soll es Steinwürfe gegeben haben.

Die Schule im Westjordanland war ohne Genehmigung errichtet worden. Die Klassenräume waren eine Spende der Europäischen Union. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem sprach von "systematischer Schikane" und protestierte gegen das Vorgehen.

Laut Angaben von Militärstellen der israelischen Besatzung wurden im Jahr 2016 mehr als 300 palästinensische Strukturen in der Westbank zerstört. Ein Teil der zerstörten Einrichtungen war auch hier von der Europäischen Union oder NGOs gespendet. Laut Menschenrechtsorganisationen wurden im letzten Jahr sogar so viele palästinensische Einrichtungen zerstört wie niemals zuvor, seit die Organisationen die Zerstörungen dokumentieren.

Palästinenser lehnen alle israelischen Beschränkungen in Al-Aksa ab

Die israelische Besatzung hat erneut den Zugang für Muslime zum Al-Haram Al-Sharim beschränkt. Nur Männer über 50 und Frauen dürften heute die heilige Stätte betreten, teilte die die Besatzungspolizei mit. Diese Lehnen die Palästinenser ab. Rund 10 000 Menschen kamen nach Schätzungen der Wakf-Behörde auf den Al-Haram. Nach den Mittagsgebeten blieb es zunächst ruhig in Jerusalem. Später wurden bei einem Vorfall im arabisch geprägten Ostteil der Stadt einige Palästinenser verletzt. Sie atmeten Tränengas der israelischen Besatzungssoldaten ein.

Am Nachmittag erschossen israelische Besatzungssoldaten einen Palästinenser südwestlich von Bethlehem. Am Rande des Gazastreifens wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ein Jugendlicher von Schüssen israelischer Besatzungssoldaten ermordet. Bei den Konfrontationen seien zudem sechs Palästinenser verletzt worden.

Die Palästinenser lehnen jegliche Kontrollen am Al-Haram ab und werfen Israel vor, es wolle schrittweise mehr Einfluss über die Anlage erlangen. Der Al-Haram mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam.

Jordanien: Mordanklage gegen Wachmann der israelischen Botschaft

Die jordanische Staatsanwaltschaft hat einen Wachmann der israelischen Botschaft in Amman wegen Mordes angeklagt. Der Mann hatte vor einer Woche zwei Jordanier auf dem Gelände der israelischen Botschaft ermordet. Er sei nun wegen Mordes und unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt worden, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Akram Masaadeh, am Freitag der jordanischen Nachrichtenagentur Petra.

Der Zwischenfall hatte die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Jordanien belastet. Nach den Freitagsgebeten demonstrierten in Jordaniens Hauptstadt Amman hunderte Menschen gegen Israel.