Ist Israel eine Demokratie?!

Der palästinensische Kalender ist voll von speziellen Terminen, an die die Menschen sich regelmäßig erinnert. Zur NAKBA von 1948 erinnert sich Palästina jedes Jahr an die infame Balfour-Deklaration vom November 1917, an den UN-Teilungsplan, der 1947 die Heimat zerstückelte, an den Juni-Krieg von 1967, an den Ramadan-Krieg (Oktoberkrieg) 1973, an das Madrid-

Abkommen von 1991, an den Oslo-Vertrag von 1993. Nicht zu vergessen die zahlreichen Opfer unter den Freiheitskämpfern, die dem Mordaktionen Israels zum Opfer fielen oder für Freiheit und Unabhängigkeit im Kampf starben. So wie Salah Khalaf (Abu Iyad) und Hayel Abdulhameed (Abu Hol), die 1991 in Tunis von einem Mossad-Kommando ermordet wurden. Die Palästinenser gedenken natürlich ihres Führers und Symbol Yasser Arafat, der mit Polonium vergiftet 2004 starb und diese Liste kann man bis heute endlos weiterführen. Der Monat April ist voll von tragischen Ereignissen – darunter der Tod des palästinensischen Führers Abdel Qader Husseini, der im Krieg 1948 fiel. Wie auch Kamal Adwan, Kamal Nasser und Abu Yussef al-Najjar, die 1973 in Beirut von Todesschwadronen Israels ermordet wurden. Khalil al-Wazir (Abu Jihad) wurde 25 Jahre vorher in Tunis von einen israelischen Kommando ermordet

Am 17. April zelebriert Palästina den Tag der Gefangenen.  Dieser Tag wurde als Gedenktag erwählt, weil 1965 an diesem Tag der erste palästinensische Gefangene aus einem israelischen Gefängnis freigelassen wurde. Die massenhaften Erfahrungen von Palästinensern in israelischen Haftanstalten, der Blick zurück auf die lange Liste der Märtyrer oder an die Verwundeten im Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit Palästinas, lässt für einen Moment innehalten.

Bei solchen Ereignissen organisieren Palästinenser immer Treffen der Bewohner von Stadtteilen, Städten und Dörfern, um den gefallenen Helden und ihrem kulturellen und kämpferischem Erbe zu gedenken.

Und jetzt kann der Tag der Gefangenen nicht vorübergehen, ohne an die rund 5000 palästinensischen Gefangenen in den Gefängnissen der israelischen Besatzung zu erinnern. Besonderes Gedenken verdienen die gefallenen Palästinenser, als Gefangene in Israels Zellen gestorben, wie Arafat Jaradat, der an den Folgen der Folter israelischer Vernehmungsoffiziere sterben musste. Maysara Abu Hamdiyeh starb an Krebs und der Achtlosigkeit mit der Israels Gefängnisärzte und die Verwaltung ihren Pflichten nachkommen.

Im Hungerstreik stehende Palästinenser - wie Samer Issawi, der 8 Monate israelischer Willkür trotzte und erfolgreich blieb – inspirierten andere Häftlinge und die palästinensische Jugend zu Solidaritätsaktionen, um ihre gefangenen Schwestern und Brüder zu unterstützen.

Demonstrationen und Sitzblockaden wurden organisiert, Losungen  erklangen quer durch die Westbank und verkündeten den Willen zur Freiheit – nicht nur für die Gefangenen! Auch Präsident Abbas verlor in diesen Tagen das Schicksal niemals aus den Augen. In Treffen und Konferenzen mit internationalen Gesandten, betonte er immer wieder das Recht auf ordentliche Prozesse und Freiheit für die palästinensischen Häftlinge. So wird es auch den zukünftigen Friedensverhandlungen mit den zionistischen Besatzern sein

Familienangehörigen Mütter, Ehefrauen und Kinder der Gefangenen, mit Sondererlaubnis der israelischen Behörden, veranstalteten Familientreffen mit ihren eingekerkerten Väter und Söhne, um die Zusammengehörigkeit mit ihren Helden immer wieder zu demonstrieren.

Und was veranstalteten in diesen schrecklichen Tagen die israelischen Behörden in ihrer menschenverachtenden Art und Weise? Israel teilt mit, einen großen Teil der Gefangenen, fern ihrer Heimat in den Gazastreifen zu deportieren. Damit der am dichtesten besiedelte Landstrich der Welt noch mehr übervölkert ist und die Versorgung noch katastrophalere Züge annehmen wird! Das ist für die Menschen eine noch größere Strafe als jahrelang eingekerkert zu sein und wenigstens ab und zu seine Lieben sehen zu können. Im Gazastreifen, dem größten Open Air Gefängnis wird das unmöglich gemacht. Auch der Plan, einige von ihnen in andere arabische Länder oder nach Europa abzuschieben, kann nur kranken Hirnen entspringen. Denn eine Rückkehr nach der abgegoltenen Haftzeit ist den Deportierten für immer verboten!

Rund 104 Palästinenser - aus der Zeit vor dem Oslo-Abkommen – befinden sich noch immer in Haft. Über deren Schicksal wurde mit Israels Verwaltungen schon viele Jahre verhandelt, sinnlos! Israels besteht darauf, sie als "Terroristen" einzustufen, während die Häftlinge sich mit Recht als Freiheitskämpfer sehen; als Gefangene mit Bewusstsein. Oder als politische Gefangene, die in Übereinstimmung mit der 4. Genfer Konvention behandelt werden wollen.

Mehr als 850.000 palästinensische Bürger litten seit 1967 in Israelischer Haft. Das ist gut ein Drittel der Bevölkerung. Diese schon Jahrzehnte andauernde Unterdrückung der palästinensischen Zivilbevölkerung lässt die Frage zu, ob Israel eigentlich eine Demokratie ist?!

Freunde Palästinas