Das eigentliche Ziel hinter israelischer Militäraggression

FP: Seit über zwei Wochen hat Israel eine umfangreiche Einschnürungs- und Angriffsoperation gegen die Palästinenser in Hebron und anderen Ortschaften in der Westbank gestartet. Israel rechtfertigt diese rücksichtslose Kampagne mit dem Verschwinden dreie israelischer Siedler. Bis heute ist es immer noch nicht klar, ob dieser 3 Talmud-Schüler entführt wurden oder einfach nur "verschwanden". Bis heute hat keine der ‚üblichen "verdächtigen palästinensischen Organisationen" die Verantwortung für irgendetwas übernommen. Die sofort einsetzenden "Suchaktionen" und die damit verbundenen Maßnahmen gegen die Palästinenser zeugen von einem schon vorbereiteten Plan, dessen Hauptstoßrichtung die palästinensische Autonomiebehörde ist, um die gerade gebildete gemeinsame palästinensische Regierung der Nationalen Einheit zu diskreditieren.

Israel hasst nichts mehr als eine Einheit der Palästinenser und möchte die alte verhängnisvolle Teilung zurück haben, um die Palästinenser wieder vor aller Welt als unfähig hinstellen zu können. Sie hassen Präsident Abbas und dessen Politik der gewaltfreien Aktionen, dessen Weg in UNO-Institutionen und Konventionen. Das politische Versagen und die etwas hilflos wirkenden Aktivitäten des US-Außenministers Kerry demaskiert Israel Sturheit und der gerade nach 63 Tagen zu Ende gegangene Hungerstreik der israelischen Vorbeugehäftlinge macht die Planungen der israelischen Politiker in Richtung Ansehensverbesserung sehr schwierig. Die unterschiedlichsten Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Bürger Hebrons gipfelten in einer vollständigen Belagerung der Stadt, mit der Begründung, dass die 3 "Entführten" in der Region um Hebron verschwunden sind.

Am 20. Juni 2014 ermordeten die Besatzer kaltblütig den 15-jährigen Palästinenser Mahmoud Doudeen während ihrer Maßnahmen auch alle anderen Orte in der Westbank einzuschließen. Zwei andere Palästinenser wurden im Jordantal und Ramallah, einer wenig später in Nablus, willkürlich erschossen. Netanjahu nannte es später eine Selbstschutzmaßnahme der Belagerer.

Mehr als 540 Palästinenser wurden – zumeist ohne weitere Begründungen – in der letzten Woche verhaftet und an unbekannte Orte verschleppt. Damit erhöht sich die Zahl der gefangenen Palästinenser auf über 5700!

Der Gazastreifen (effektiv abgesperrt und bestimmt nicht beteiligt an Entführungen in der Westbank) wurde wieder einmal das Übungsziel vieler Luftangriffe, bei denen viele Menschen getötet und verwundet wurden. Darunter auch immer wieder Kinder. Fischerboote wurden auf See angegriffen und Israels Marine hinderte die Fischer daran, ihre Arbeit zu verrichten und zum Unterhalt der Familien beizutragen. Die Seeblockade ist undurchlässig und wird rigoros und gegen jedes Recht durchgesetzt!

Die israelischen Besatzungssoldaten sind immer bereit auch Steine werfende palästinensische Kinder festzunehmen oder "in Notwehr" zu erschießen, weil ihre gepanzerten Fahrzeuge in Gefahr sind, beschädigt zu werden. (Man staunt immer wieder, mit welchen Begründungen auf Pressekonferenzen diese Mörder ihre Taten begründet)

Israels Minister für Technologie erklärte, dass die Suchaktionen durchaus Monate und Jahre dauern könnten!! Und Lapid von der Zeitung „Yesh Atif“ – die 2-sprachig erscheint, einmal für extremistische Siedler und einmal für den "externen Gebrauch", erklärte,  dass das Ziel dieser weit gefassten Operationen gegen die Palästinenser und ihre Verwaltung, die Einheit der neuen Regierung zerstören soll und erst in zweiter, dritter Linie der Suche nach den Vermissten dient! Dass man mit dieser Operation hauptsächlich die politische Isolation der Netanjahu-Gang durchbrechen will und sich so ganz nebenbei von allen lästigen Verpflichtungen gegenüber den Palästinensern befreien möchte – DAS ist das eigentliche Ziel hinter dem blinden Wüten der Besatzer!

Diese Unterdrücker des Palästinensischen Volkes wollen keinen Frieden, weder mit den Palästinensern noch mit irgendjemand in der Region; aber sie wollen sich mehr Zeit erkaufen, für ihre extremistischen Siedler, um deren Hunger nach noch mehr Land zu befriedigen. Und um einen möglicherweise erzwungenen Abzug aus den besetzten Gebieten unnötig werden zu lassen!

Netanjahu denkt?, dass die Westbank kein palästinensisches Territorium sei – sondern nur ein "umstrittenes" Territorium - und deswegen haben die Juden auch das Recht so viel wie möglich des Landes zu rauben und die Bewohner zu vertreiben und dass alles unter dem Schutzschirm der USA, die bereitwillig jede UN-Resolution und die diversen Aktionen der restlichen Welt ins Leere gehen lässt.

Die militärische Überlegenheit Israels in der Region, nicht nur als einzige Nuklearmacht, befähigt Netanjahu noch, die internationale Gemeinschaft nach Belieben zu brüskieren und jede Bestrebung für eine friedliche Lösung abzuweisen und immer wieder international gültiges Recht zu verletzen und UN-Resolutionen zu ignorieren. Sinnlos ihm zu sagen, dass solche überhebliche Einstellung der extrem Rechts angesiedelten Regierung mehr und mehr zu Israels Isolation beiträgt und Israel in den Augen letztendlich der ganzen Welt zu dem werden lässt was es schon längst ist: Ein Pariah-Staat; ein Verbrecherstaat!

Israel beansprucht für sich immer noch und wieder die Opferrolle. Israel ist eine Oase des Friedens und der Demokratie inmitten des palästinensisch arabischen Terrors. All das ist aber nur Lüge und  Täuschung übelster Art – nichts mehr! Und alle friedliebenden Menschen dieser Erde wissen das auch genau! Sie wissen auch das Israels Sturheit und Unbelehrbarkeit der Hauptgrund für das andauernde Blutvergießen im Mittleren Osten ist. Sogar Mr. Kerry kam in die Krisenregion mit einer absolut Israel freundlichen Einstellung und nach den endlosen und erfolglosen Vermittlungsbemühungen erkannte er das wahre Problem! Aber als er das sagte, musste er sehr schnell erklären … na sie wissen es ja, wie man als verantwortungsvoller Politiker dann sagen sollte/muss!

Während Israel seine "Maßnahmen" gegen die Palästinenser ergreift – gleich wo in den besetzten Territorien – um natürlich nur die 3 vermissten zu suchen, werden die Häftlinge auf  die 26 Haftzentren verteilt und zu den schon vorhandenen 5700 Geiseln von Israels Expansionspolitik dazugesperrt.

Palästinenser verurteilen diese ungerechten Inhaftierungen und Entführungen. Aber anstatt die Gewalt eskalieren zu lassen, sollte Netanjahu besser internationales Recht beachten und die Gespräche mit Präsident Abbas wieder in Gang setzen. Natürlich nur auf der Basis der Beendigung der Kolonisierung und nicht, um ungestört weiter Palästinenser zu vertreiben und deren Land zu "konfiszieren" – besser gesagt: ZU RAUBEN!

Freunde Palästinas, 27.06.2014