Hungerstreik: Offener Brief an Politiker und Medien

FP: Hungerstreik palästinensischer Häftlinge

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie bitten, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für ein humanitäres Anliegen unseres Vereins einzusetzen.

Zurzeit befinden sich seit mehreren Wochen seit dem 24. April 2014 über 120 sogenannte Administrativ-Häftlinge aus Palästina im Hungerstreik, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Unter der Bezeichnung „Administrativhaft“ nehmen sich israelische Sicherheitskräfte für sich in Anspruch, Menschen zu verhaften und teils über Jahre festzuhalten, ohne dass die Häftlinge ihr Recht auf ein Gerichtsverfahren wahrnehmen können. Ohne Anklage und Verfahren befinden sich zurzeit mehrere Tausend Menschen in Israel in Haft.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat schrieb im Namen des Präsidenten Abbas einen Brief an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die Außenminister von 192 Staaten. Darin wurde die Administrativhaft als „eine der schlimmsten Ungerechtigkeiten der Militärherrschaft im besetzten Staat Palästina“ beschrieben. „Der Hungerstreik der Gefangenen in administrativer Haft bringt die schlimmsten Ungerechtigkeiten des Militärregimes im besetzten palästinensischen Gebiet ans Licht“, schrieb er weiter. Israel müsse diese Maßnahme abschaffen, forderte Erekat in der Stellungnahme.

Bei früheren Protestaktionen hatten die Betroffenen eine Zusage Israels erreichen können, dass diese Haftart  (ohne Begründung und ohne Verfahren) nur noch in Ausnahmefällen angewendet wird, da das internationale Recht diese Behandlung nur in extremen Ausnahmesituationen vorsieht!

Vor dem Hintergrund zahlreicher Konflikte im Nahen Osten und in Nordafrika erreicht dieser berechtigte Protest kaum die deutsche Öffentlichkeit.

Internationale Menschenrechtsorganisationen, darunter auch die israelische Medizinergesellschaft wenden sich gegen die Zwangsernährung Hungerstreikender.

Bitte helfen Sie uns dabei, durch Öffentlichkeit und angemessene Proteste, durch Engagement in sozialen Netzen und durch persönlichen Einsatz, diese Aktion zu beenden, indem die Forderungen der Administrativ-Häftlinge erfüllt werden. Setzen Sie sich für die Solidarität mit den Hungerstreikenden und die Beendigung der Administrativhaft ein!

Wir bedanken uns für Ihr Interesse und stehen für Nachfragen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

 

Gezeichnet:

Der Vorstand
A. Schneider (Vorsitzender)

Freunde Palästinas
23.06.2014

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