Wer finanziert eigentlich die israelischen Siedlungen?

Es ist kein Geheimnis, dass Israel mehr als 3 Milliarden US$ jedes Jahr auf den Tisch gelegt bekommt, während weitere horrende Summen ihren Weg unter dem Tisch nehmen. Das zu kommt Kriegsmaterial, Raketen-Schutz, Unterstützung bei der Militärforschung und Ausbildung usw. Kein Land in der über 200-jährigen Geschichte der USA konnte sich einer solchen besonderen Beziehung erfreuen - und das während jeder Regierungszeit eines jeden US-Präsidenten - als der Staat Israel. Genaue amerikanische Quellen reden von mehr als einer Billiarde US$ - die der Steuerzahler in ‚Gottes eigenem Land´ bisher für Zion zu tragen hat(te).

Dazu kommt die Unterstützung der USA für Israel in allen UN-Agenturen, obwohl Israel das Privileg besitzt:  1. Die Palästinenser zu unterdrücken; 2. alle international gültigen Gesetze und Konventionen zu verletzen; 3. dazu alle UN-Resolutionen zu missachten. Es ist auch völlig unnötig, über Israels mächtige Lobby im US-Kongress (AIPAC) und über die strategische Allianz mit den Neokonservativen in den verschiedenen Abteilungen der US-Administration zu reden. Eine ganz bestimmte Gruppe der Konservativen in den USA glaubt, dass die blinde Unterstützung für Israels aggressive Ambitionen, auch den US-Interessen im Mittleren Osten nützlich ist. In ihrem kriegerischen Geist sind sie jederzeit bereit, einen Krieg gegen alle Araber und den Iran zu beginnen; wenn es Israel nur wünscht! Der Vorwand – der Iran nutzt Nukleartechnik zur Waffenherstellung und nicht für die ökonomische Entwicklung (was man auch verbieten will) – ist bekannt. Im Falle Saddam Husseins fälschte Israels Geheimdienst jede Menge ‚Dokumente’, die dann beweisen sollten, dass der Knabe über jede Menge Massenvernichtungswaffen verfügt und mit einem fortgeschrittenen Atomprogramm Israels Existenz bedroht.

Am letzten Freitag war in einem Haaretz- Interview mit dem US-Gelehrten Stephan Walt zu lesen, dass auch Amerikaner Israels Gewalt und die blinde Hilfe der USA als Ursachen sehen, die zu mehr und mehr Hass im Mittleren Osten auf Amerika führten. In seinem gemeinsamen Buch mit John Mearsheimer wühlte er in der Geschichte der ‚speziellen Beziehungen’ zwischen Israel und den USA, die absolut unterschiedlich zu denen mit anderen Ländern sind. Auch stellte er fest, dass kein US-Politiker die wahre Natur dieser ‚Beziehungen’ hinterfragt. In seiner Antwort auf die Frage: Warum kritisieren US-Politiker Israel nicht wie z.B. Britannien und Frankreich? antwortete Walt:  Wir geben weder den Franzosen noch den Briten 3 Milliarden Doller pro Jahr und da ist auch niemand, der einen Einschlag von Flugzeugen in unsere Wolkenkratzer verursachte. Er nahm damit Bezug auf die Ergebnisse einiger ‚Ermittler’, wonach u.a. die Behandlung der Palästinenser Bin Laden zu diesem Anschlag bewegt hätten. Stephan Walt sprach auch über den palästinensisch-israelischen Konflikt und erinnerte daran, dass seit  Lyndon B. Johnsons Präsidentschaft alle US-Präsidenten sagen, dass Israels Siedlungen illegal seien! Aber es gab niemals die ehrliche Absicht, den Bau der Siedlungen zu beenden.

Es ist schon mehr als grenzwertig, wenn der noch mächtigste Staat der Welt mit einem sehr kleinen Staat mehr oder weniger geheime Spielchen treibt und dann natürlich niemals genug Druck aufwenden kann, diesen kleinen Staat in seine Schranken zu weisen, meinte Walt.

Tatsächlich ist die arabische Welt aber der am meisten loyale Alliierte der Vereinigten Staaten. Diese arabische Welt konsumiert zumeist amerikanische Produkte. Saudi-Arabien zum Beispiel liegt mit dem Verbrauch amerikanischer Produkte ungeschlagen an der Spitze. Dazu gehören natürlich auch Waffenkäufe, die ungeachtet israelischer halbseidener Proteste die Höhe von 60 Milliarden US$ erreichen. Israel modifiziert natürlich bereitwillig – je nach Bedarf – seine ‚Bedenken’, denn die Waffen sollen ja nicht gegen Israel eingesetzt werden, sondern ausschließlich gegen den Iran! Arabisches Öl – durch US-Konzerne seit Jahrzehnten erkundet und gepumpt – fließt trotz aller Unterdrückung des palästinensischen Volkes durch Israel.      US-Industrieprodukte – wie PKW – strömen auf den arabischen Markt von Casablanca bis Bahrain. Da schweigt man als reicher Araber schon einmal.

Niemand in der arabischen Welt hasst Amerika als Land oder als Kultur und in den USA finden Flüchtlinge aus diesen Ländern immer wieder eine neue Heimat und sind stolz auf ihre Staatsbürgerschaft. Es ist die verdammte US-Politik, die Palästinenser und Araber hassen! Muslime und andere friedliebenden Menschen in aller Welt nicht zu vergessen! Sie alle würden den gerechten Umgang mit den Palästinensern begrüßen.

Man entdeckt nur Widersprüche, wenn man sich die Art und Weise der ‚Verhandlungen’ oder der ‚Moderation’ Kerrys zwischen den Palästinensern anschaut. Vor allem, wenn der Aggressor gleichzeitig gegen seine Opfer unterstützt wird. Wenn der Außenminister zwischen Gefangenen und deren Wärter vermitteln will und ständig ignoriert, dass es zwischen solchen Abhängigkeiten keine Gleichheit, keine Augenhöhe, geben kann.

Mr. Stephan Walt hat Recht, wenn er sagt, dass Friedensgespräche nur irgendeinen Erfolg zeitigen, wenn die US-Administration Israel ernsthaft unter Druck setzt, die Verhandlungen ernsthaft zu führen und diese mit der US-Hilfe für Israel verbindet. Der Siedlungsstopp in den besetzten palästinensischen Gebieten kann nur ein erster Schritt sein!


Freunde Palästinas
05.06.2014