Das zionistische Projekt in Palästina

Die israelische Geschichte in Palästina ist eine sehr einseitige Geschichte, sie ignoriert die andere Seite des Konflikts, die wiederum eine palästinensische Geschichte ist. Für lange Zeit war Israel erfolgreich im Bestimmen, Kreieren und Fälschen von Fakten und sprach immer davon, dass Palästina ja unbewohnt gewesen sei. „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land!“ Nach finsteren Zeit der Judenverfolgung und –Diskriminierung in ganz Europa – angefangen bei den russischen Pogromen bis hin zum Holocaust der Nazis – war der Zionismus gerade in Deutschland besonders erfolgreich und konnten enorme Unterstützung für die jüdischen Kolonisten aus Europa eintreiben und nur wenig später zu Lasten der palästinensischen Bewohner einen eigenen Staat in Palästina gründen. Heute kann man solche Ambitionen nicht ohne Krieg und diverse Blutbäder unter der nun mal vorhandenen indigenen Bevölkerung realisieren. So wurde konsequenterweise Palästina von europäischen jüdischen Kolonisten entvölkert und als Heimat jüdischer Bewohner neu errichtet. Wegen eines britischen Antrages – als Träger des Völkerbundmandats über Palästina nach dem 1. Weltkrieg – wurde 1947 Palästina nach einer UN-Abstimmung zwischen den palästinensischen Bewohnern und den jüdischen Einwanderern – die 56% des Landes zugesprochen bekamen – aufgeteilt.

Die Absicht der Resolution 181 war, einen sicheren Zufluchtsort für die jüdischen Überlebenden des Holocausts zu schaffen. Als die Briten im Mai 1948 planmäßig ihr altes Mandat zurückgaben und die Protektoratsmacht abzog, rief Israel umgehend – gegen die UN-Vorgabe – den Staat Israel aus. So lieferte Großbritannien bedenkenlos die Palästinenser an den Zionismus und dessen bewaffnete Terror-Milizen Hagana; Irgun; den Stern-Gruppen und andere lokale jüdische Terrorbanden (auch Briten waren deren Opfer!) aus.

Es ist wichtig, unsere Leser auf die Tragik des palästinensischen Volkes und die folgende Katastrophe (Nakba) hinzuweisen. Denn diese Katastrophe geht seit mehr als sechs Jahrzehnten ungehindert weiter!

Sonderbar – denn das Projekt eines ‚sicheren Hafens für die Überlebenden des Holocausts’ entwickelte sich – nicht immer für jeden und zeitnah sichtbar – zu einer Supermacht mit Nuklearwaffen, einer atomwaffentauglichen Marine und einem andauernden Expansionsstreben zum Schaden der Palästinenser und angrenzender Länder.

Nach nun 66 Jahren der Katastrophe und 47 Jahren der Besetzung der Westbank und des Gazastreifens, geht die Tragödie des palästinensischen Volkes weiter. Verhandlungen zwischen dem übermächtigen Israel und den ziemlich hilflosen Palästinensern, um den Konflikt unter US-Moderation zu lösen, blieb auch 2014 ohne Erfolg. Zum ersten Mal musste Israels bester Freund – die USA – die Ursachen des Scheiterns erkennen und das Kind – den Schuldigen am Scheitern der Verhandlungen – beim Namen nennen. ISRAEL! 

Wen wundert es, dass US-Außenminister Kerry nur Stunden später seinen ‘Ausbruch antisemitischen Gedankengutes’ zurücknehmen musste weil er unter Beschuß  der pro-zionistischen Lobby der USA geraten war. Vor paar Tagen beschuldigte Präsident Obama Israel der Sabotage aller Friedensgespräche, da dort niemals einer an ein Ende der Ausweitung von Siedlungsprojekten in der besetzten Westbank je gedacht habe!

Es ist somit natürlich, dass sich Israel immer mehr isoliert und es durchaus logisch erscheint, dass die Auserwählten sich – dieses Mal ohne die Hilfe antisemitischer Märchen aus dem Mittelalter – völlig freiwillig in einen Schurkenstaat entwickeln. Damit tritt Israel erfolgreich in die Fußstapfen des untergegangenen Apartheidstaates Süd-Afrika. 

 

Der Staat der Holocaust-Überlebenden, geschaffen in einem Akt der internationalen Philanthropie, von westlichen Intellektuellen unterstützt – ungeachtet erkennbarer machtpolitischer Ambitionen und kolonialer Interessen – mutierte – für jeden erkennbar – in den hochaggressivsten Staat der Region. Ohne Hoffnung auf eine Änderung von innen.

Israel tritt den Palästinensern immer aggressiver entgegen und die israelische Gesellschaft treibt weiter in eine rechtsnationalistische Bahn. Dieser Trend wird durch eine Politik verstärkt, die ständig Furcht erzeugt. Furcht vor zahlreichen Feinden, die da heißen: Iran, Hamas, Hiszbullah, Jihad … und als ‘logische’ Folge, vor  einem Holocaust 2.0

Kein Zweifel, die extremistische Indoktrination verhindert Frieden mit den Palästinensern, damit auch den nötigen Rückzug aus den besetzten Gebieten und die Gründung eines lebensfähigen Staates Palästina, der friedlich, Seite an Seite mit Israel existiert. Folgt man Netanjahus ‚Logik’, haben die Palästinenser nur eine Chance: Weiter unter Israels Besatzung leben und natürlich die Aufgabe der Ideen von Freiheit und Unabhängigkeit oder gar einer 2-Staaten-Lösung. Natürlich müssten die Palästinenser auch genügend Bereitschaft zeigen, bei Eigengebrauch des Landes durch jüdische Neusiedler, dieses freizugeben und zu verlassen. Es folgt die penetrante Forderung der Anerkennung der jüdischen Majorität und des jüdischen Charakters des Staates Israel. Diese zionistische Ideologie wird in entsprechenden Gesetzen, welche die Knesset zu erlassen beabsichtigt,  verankert. Damit ist Israel die nationale Heimat des jüdischen Volkes. Aber was sagt das Gesetz über die nicht-jüdischen Volksgruppen – den palästinensischen Muslimen und Christen – aus?

Solche widersprüchlichen und kruden Ideen bringen Israel in ein endloses Dilemma – Selbstüberhöhung und Isolation werden neue Konfrontationslinien zur Folge haben, damit neue Kriege und sinnlose Blutbäder in der Region. Zweifellos braucht Israel eine ernsthafte Änderung seiner Staatsdoktrin, um als normaler Staat weiter zu existieren. Seine Führer müssen die Wirklichkeit endlich erkennen und eine sich stetig wandelnde Welt die Unsinnigkeit der dauernden Unterstützung von Israels Unternehmungen der grenzwertigsten Art.

‚Vergeltungs-Terroristen’ und extremistische Siedler in der Westbank und Ostjerusalem sind keine Lösung. Nur Frieden und gegenseitiger Respekt wird helfen, nicht Landraub, ethnische Säuberungen und willkürliche Unterdrückungsmechanismen.

Freunde Palästinas