Unrecht legalisieren

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Die Edmund Levi Kommission - von Netanyahu beauftragt - hatte einen Bericht verfasst, der den Status der Westbank als nicht erobertes Territorium und die Kontrolle der israelischen Regierung über die Al Aqsa Moschee als legal beschreibt und beide Gebiete sind untrennbare Besttandteile Israels. Damit provozierte man heftigste Empörung unter den Palästinensern

und auf interessierter arabischer Seite. Jordanien, seit 1921 Oberherr des muslimischen Heiligtums in Jerusalem, wies den israelischen Standpunkt umgehend zurück und bezeichnete ihn als Provokation.

Solche Ansichten "verwandeln einen territorialen Konflikt in einen religiösen Konflikt, der so den Mittleren Osten in eine unlösbaren Streit stürzt." So in einer jordanischen Stellungnahme. Ermutigt durch das Schweigen der internationalen Staatengemeinschaft und die direkte US-Komplizenschaft ist es den zionistischen Partnern erst möglich, mit den Gefühlen der jüdischen Bevölkerung zu spielen und die der muslimischen Welt zu missachten. Israelis wissen sehr gut, dass die Al Aqsa Moschee kein palästinensisches Eigentum ist und den Muslimen auf der Welt gehört.

Die Al Aqsa Moschee wird mehrfach im Heiligen Qur'an erwähnt und wird als den Platz ausgewiesen, von wo der Prophet Muhammad seine Nachtreise in den Himmel begann (Isara und Mi'raj). Das ist der Grund warum der frühere palästinensische Präsident Yasser Arafat jeden Kompromiss, die Al Aqsa Moschee betreffend, trotz US-amerikanischen und israelischen Drucks 2000 in Camp David zurückwies. Diese historischen und religiösen Tatsachen sind den zionistischen Führern nicht fremd und sie wissen um die Bedeutung der Moschee und des angrenzenden Felsendoms im Glauben der Muslime. Aber Israel ignoriert diese Realitäten weiter und breitet seine Legenden über den so genannten 2. Tempel - der vor 2000 Jahren von der römischen Besatzungsmacht zerstört wurde - weiter aus.

Fanatische Juden und deren evangelikale Pendants und anderen Apokalypse-Anhänger beten tagtäglich für die Zerstörung der muslimischen Heiligtümer (wurde schon im 6-Tage Krieg vorgeschlagen), um danach den 3. jüdischen Tempel auf den Ruinen zu errichten, in der Hoffnung, die Wiederkehr von Jesus Christus als den Retter der Welt zu beschleunigen. Deswegen wird das offiziell säkulare Israel niemals die Ausgrabungen unter der Heiligen Moschee zu beenden. Die Auserwählten suchen unentwegt nach Spuren des zerstörten Tempels, bis jetzt erfolglos! Um den Griff auf den Heiligen Bezirk immer fester zu gestalten, bauten die Juden unter der Moschee eine Synagoge und ein jüdisches Museum in den "Tempelberg" ein. Souvenirshops dienen vordergründig ausschließlich der Judaisierung Ostjerusalems. Diese massive Kontrolle Zions über den Heiligen Bezirk äußert sich auch durch die rüde Reglementierung des Zutritts für Betende in die Moschee.

Muslimischen Gläubigen, jünger als 40 Jahre, ist es nicht einmal im aktuellen Fastenmonat Ramadan ohne Zutrittsgenehmigung erlaubt. Andererseits drängeln sich jüdische Betende an der Westmauer der Moschee - auch "Klagemauer" genannt - mit freiem Zutritt 24 Stunden lang. Sinnlos bleibt Kritik an Israels Umgangsformen mit den Palästinensern in den besetzten Gebieten. Religiöse, politische und humanitäre Standards sind seit dem Beginn der Besatzung 1967 niemals für Israel Bestandteil der Besatzungspolitik gewesen. Israel wandert immer deutlich nach Rechts ab und wird dabei immer arroganter. Äußerungen von Romney bis Obama unterstützt diese israelische Ignoranz und Arroganz und fördert sie auch noch.

Dabei darf der unaufhaltsame Strom aller möglichen zerstörerischen Waffen aus den USA oder Deutschland (U-Boote mit Brennstoffzellenantrieb) nicht vergessen werden. Damit wird auch noch fleißig Öl in das Feuer der diversen Konflikte des Mittleren Ostens gegossen.

Leider warteten die Palästinenser viel zu lange auf Ergebnisse der unterschiedlichsten US-Wahlen. Immer in der Hoffnung, der gerade gewählte Präsident wird den Palästinensern Gerechtigkeit bringen.

Und das ungeachtet der Tatsache, dass jeder zu wählende Kandidat in all seinen Reden der israelischen Interessengruppe und deren Vertreter in den USA zu gefallen hat, um seine Wieder- oder Neuwahl nicht zu gefährden. Nie fehlten die mehr oder weniger feinfühligen Hinweise an die Palästinenser auf Kosten, wenn sie auf ihren nationalen Rechten weiter bestehen. Einige dieser Kandidaten machten demonstrative Pilgerfahrten in das Heilige Land und redeten der Israel-Llobby zu Hause zu Gefallen, von der ewig währenden Unterstützung die man Israel angedeihen lassen würde.

In den Wind des Wandels, der angeblich durch die USA wehen sollte, setzten Palästinenser ihre letzten Hoffnungen, sie zahlten für Israels Besatzung weiter mit ihren Blut, ihrer Würde und dem Land, welches Tag für Tag "konfisziert" wurde. Aber Israel setzte seine Missachtung der unveräußerlichen Rechte der Palästinenser - verankert in internationalem Recht, in zahllosen UN-Resolutionen und Einzelabkommen - ungestört fort. Die USA fuhr mit ihrer moralischen und politischen Unterstützung Israels ebenso ungebremst fort und bezahlte noch mit Steuergeldern für die Politik der Expansion und Aggression.

Nun folgte diese fast privat anmutende Legalisierung der Besatzung und der Besiedlung. Aber auch das wird Israel nicht helfen, denn für den Landraub und der anderen expansionistischen Projekte bezahlt es mit seinem Frieden. Denn mehr und mehr wird hinter allem die wahre Fratze des Zionismus deutlich und zu weiterer Isolation Israels führen.

29.07.2012
Freunde Palästinas