Die Palästinenser geben nicht auf (I)

45 Jahren ertragen die Palästinenser unterschiedlichste Formen der Unterdrückung durch Israels Gesetzgebung. Jede Form des Widerstandes gegen die Besatzer wurde ausprobiert. Kein Zweifel, die uneingeschränkte westlich Unterstützung Israels ermöglichte diese jahrzehntelange Besatzungszeit. Israel nutze diesen Schutzschirm, um seine Okkupation in irreversible

Fakten umzuwandeln. Es wurden Siedlerkolonien in den besetzten Gebieten errichtet und der demographische Faktor begann sich wunschgemäß zu verändern. Mehr als eine halbe Million Juden - Einwanderer aus der ganzen Welt - wurden in die palästinensischen Territorien implantiert. Solche Tatsachen beweisen die rücksichtslose Verletzung der 4. Genfer Konvention und aller UN-Resolutionen und sollten umgehend von der internationalen Staatengemeinschaft rückgängig gemacht werden.

Seit 45 Jahren betreibt Israel eine Politik der Verzögerungstaktiken, um nur nicht von den besetzten Gebieten abziehen zu müssen. Dazu wird behauptet, dass dies "umstrittene" Gebiete seien und keine "besetzten" Gebiete. Das kann nur funktionieren, weil diese wahnsinnige Logik von dem US-Versprechen gedeckt wird, die Okkupation und Expansion voll zu unterstützen.

Die US Administration, der Kongress und Neokonservative, die als unverbrüchliche Bundesgenossen der Israel-Lobby in Washington gelten, übernahmen schon früh diese Logik. Damit war der Niedergang des palästinensischen Volkes besiegelt. Befremdlich hörte sich die Erklärung Obamas an, der den Friedenswillen von Präsident Mahmoud Abbas anzweifelte. Mag sein, dass diese Erklärung, die im beginnenden Wahlkampf Sinn macht und die Israel-Lobby beruhigen sollte, nicht die wahre Meinung Obamas widerspiegelt. Es ist aber mehr als bedauerlich, die palästinensischen Opfer mit den israelischen Okkupanten und Unterdrückern gleichzusetzen. Solche Logik (oder doch besser Lügen) hat sehr kurze Beine und wird nicht lange Bestand haben. Die USA sollte zu ihren sehr oft erklärten Prinzipien von Demokratie und Menschenrechten zurückkehren und ungeachtet möglicher Konsequenzen für die Wahlen, kein Blatt vor den Mund nehmen.

Was ist eigentlich falsch, wenn Präsident Abbas ein Siedlungsstopp fordert, bevor er an den Verhandlungstisch mit den Besatzern und Aggressoren zurückkehrt? Was ist falsch, wenn Abbas einen Staat in den Grenzen von 1967 für sein Volk haben will, der dann auch nur noch 22% des historischen Palästinas ausmacht? Und was ist falsch, Israel zu fragen, ob es sich nicht aus den besetzten Gebieten zurückziehen will, aus den von Israel als "umstrittene Territorien" bezeichneten Gebieten? Eine andere große Frage ist die nach den Finanzquellen der Siedlungen und woher diese stammen.

Den Opfern eines bösartigen Aggressors oder eines grausamen Diktators zu helfen ist in der internationalen Verantwortung. So heißt es wenigstens, wenn es um viele Länder im Mittleren Osten oder anderen Teilen der Welt geht. All diese Prinzipien sind plötzlich obsolet, wenn es um die Menschenrechte der Palästinenser und deren Los geht. Es gibt eindeutige Beweise, dass in der Welt mit doppelten Standards regiert wird! Nicht nur durch die USA und deren Alliierten, die jeden Versuch abblocken, Palästina mehr als ein minderen Status in der UN zuzugestehen.

Palästina wird sich weder durch finanzielle Blockaden noch durch materiellen Druck oder sogar Morde einschüchtern lassen. Die Palästinenser werden weiter ihren Weg durch die Instanzen der UN gehen, um ihren Status als Staat zu bekommen, wenn auch nicht als Vollmitglied der UNO. Wir leben in einer sich schnell ändernden Welt und der imperialistische Geist von Eroberung und Unterjochung sollte eigentlich durch den Geist demokratischer Logik und Toleranz und friedlicher Koexistenz ersetzt worden sein. Der "Wind des Wandels" wird auch durch den Mittleren Osten wehen und niemand kann sagen was wann sein wird. Aber zuerst sollten Hass und Furcht aus der Mentalität der Völker verschwinden!

08.08.2012
Freunde Palästinas