Die Stabilisierung des Instabilen

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Die Entstehung des Staates Israel auf Kosten der Palästinenser führte in eine Destabilisierung des gesamten Mittleren Ostens. Eine Reihe von Kriegen und "geringere" militärische Aktionen brachen zwischen dem vom Westen ausgehaltenen Israel und den Palästinensern und den angrenzenden arabischen Staaten aus. Das alles führte zu immer größeren Verlusten

des arabischen Landes. Militärregierungen in den arabischen Staaten etablierten sich und beherrschten ihre Völker mit eiserner Faust, immer mit den Versprechen Würde und Freiheit in den besetzten Gebieten wieder herzustellen. Israels militärische Vorherrschaft in der Region festigte sich, während für die Palästinenser ein bis heute andauerndes Leiden begann.

Israels Erfolge über korrupte arabische Diktatoren konnte die Region nicht stabilisieren, weder politisch noch ökonomisch. Die Region konnte immer nur reagieren und das auch nur soweit, wie es die Führer erlaubten. Die derzeitige arabische Renaissance, auch "arabischer Frühling" genannt, wurde durch 2 Formen der Unterdrückung angeschoben, die die Region seit über 60 Jahren drücken: Soziale Ungerechtigkeit und Nationale Unterdrückung!

Arabische Regimes und militärische Juntas waren unfähig, den Forderungen der arabischen Völker nach Einheit, nach territoriale Befreiung und ökonomischer Entwicklung zu begegnen. Stattdessen wurde brutal versucht, die Macht der Herrscher im Inneren zu stabilisieren. Demokratie war nicht im Plan vorgesehen und die Sicherheitsdienste waren damit beschäftigt, das Volk still zu halten. Die Gefängnisse wurden mit Dissidenten und Oppositionellen gefüllt. Intellektuelle wurden zur Emigration gezwungen, um weiter in Würde arbeiten zu können. Arabische Arbeitskräfte machten sich in Größenordnungen nach Europa auf, um dort nach Arbeit und einem sicheren Leben zu suchen.

Auf der anderen Seite halfen die arabische Diktatoren in den letzten Jahrzehnten Israel und die USA bei der Stabilisierung der arabischen Regimes auf Kosten der eigenen Bevölkerung. Diktatorische Regierungen wurden gestärkt, um Israel besonders zu sichern und damit deren expansionistisches Streben. Unmengen Dollars, D-Marks und franz. Franken, später Euros, flossen in Israels Wirtschaft und Rüstung. Jede Art von Waffen wurde geliefert, um Israels Vorherrschaft in der Region zu erhalten. Das führte zu immer mehr Arroganz Israels, die zum Niedergang des palästinensischen Volkes führte. Die längste bisher andauernde Okkupation führte zu einer nie dagewesenen Demütigung arabischer Massen und die Kolonisierung der besetzten Gebiete wurde auch noch vom Westen geschützt und finanziert. Von den gleichen Mächten, die immer ehrenhaften Werte, wie Demokratie, Frieden, Freiheit und Menschenrechte zu verteidigen vorgeben.

Die westliche Strategie ist immer noch auf das alte Muster von traditionellen Machtspielen orientiert. Hier geht es um nichts mehr als um Israels Vorherrschaft in der Region und diese muss um jeden Preis erhalten werden!

Solche Strategie widerspricht jeder menschlichen Logik und jedem planmäßigen, strategischen Denken. Es fehlen elementare Werte von Gerechtigkeit und Respekt zwischen den Völkern. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum starke Länder schwächere Völker unterdrücken dürfen sollen und Supermächte schauen dabei auch noch seelenruhig zu!

Es ist nicht zu akzeptieren und unverantwortlich, dass die gesamte Region Israels expansionistischen Ambitionen ausgeliefert bleibt. Solche "besondere Stabilität" mag für eine gewisse Zeit Bestand haben; aber niemals für immer!

Eine Stabilität, die auf einer Arroganz der Macht basiert, kann eine Region für eine Weile stabil halten; aber immer abhängig von einer schweigenden Masse"!

Israel und seine westlichen Alliierten - besonders die USA - glauben, dass sie den derzeitigen Status quo in den besetzten Gebieten unbegrenzt erhalten können. Sie glauben allerdings auch, dass die Palästinenser immer unter der Gnade Israels leben wollen, die alle ihre Gerissenheit nutzen, um sich ihren Verpflichtungen zum Frieden zu entziehen und mehr und mehr Siedlungen (Kolonien) auf gestohlenem palästinensischen Land errichten.

Gut ist, dass die Welt sich hin und wieder ändert und internationale Solidarität mit den Palästinensern weltweit zunimmt. Das führt zur weiteren Isolierung Israels und seiner räuberischen Politik. Dieser Trend ermutigt Präsident Mahmoud Abbas, vor die UNO zu treten und am 27.September 2012 in einer Rede vor der internationalen Gemeinschaft, diese zu bitten, dem Beobachterstatus für Palästina (Nichtmitglied) zuzustimmen. Dazu ist nur die einfache Mehrheit der Generalversammlung nötig. Damit wird Palästina dem zu erwartenden Veto der US-Regierung aus dem Weg gehen, welches den Antrag auf Vollmitgliedschaft im vergangenen Jahr sofort blockierte.

Die Palästinenser werden sich von US-amerikanischem Druck und Israels Drohungen nicht entmutigen lassen und auch das Rad der Geschichte wird sich weiterdrehen. Palästinenser werden auch ihren Status als volles Mitglied in der UN als Ziel im Auge behalten, ungeachtet leerer Worte und wilden Bedrohungen. Nach 6 Jahrzehnten der Instabilität in der Region sollten die verantwortlichen Großmächte erkennen, dass Stabilität mit Gerechtigkeit beginnt, mit einer endgültigen und gerechten Lösung des -Israelischen-Arabischen Konflikts. Niemals mit noch und noch mehr zerstörerischen Waffen und Vetos, dem Aggressor und der Destabilisierungsmacht zum Gefallen!

26.09.2012
Freunde Palästinas