Siedler und die Olivenbäume Palästinas

Die Extremistischen jüdischen Siedler in der Westbank hassen Olivenbäume und sie hassen deren palästinensischen Besitzer. Verschiedene Beweggründe treiben diese religiösen Fanatiker an, um in voller Frucht stehende Olivenhaine zu zerstören. Zuallererst sind sie tief in die Praktiken der Herabwürdigung der Palästinenser als die wirklichen Besitzer des Landes und

dessen Früchte verwickelt. Olivenbäume repräsentieren genau diese Wahrheit von der Existenz eines anderen Volkes, welches eben diese Bäume pflanzte, das Land über Jahrhunderte kultivierte und nun endlich die verdiente Ernte einträgt. Ihre Anwesenheit straft die Zionsbrut der übelsten aller Lügen, nämlich, dass Palästina ein Land ohne Volk gewesen sei. Golda Meir sagte einmal: "Da gibt es kein palästinensisches Volk … die existieren gar nicht!"

Olivenbäume sind einer der wichtigsten Bestandteile palästinensischer Landwirtschaft. Die Olivenernte wird jedes Jahr als Fest der Menschen in Palästina veranstaltet. Der Olivenbaum wird verehrt und wird schon in alten Schriften (nicht nur im Koran) mehrfach als gesegneter Baum mit gesegneten Früchten bezeichnet. Er wird als Baum der gesamten Region beschrieben, mit "östlicher und westlicher Bedeutung". Er symbolisiert den Besitz des Landes der Palästinenser seit uralten Zeiten.

Auf ökonomischer Basis stellt die Olive ein wichtiges Element des Einkommens der Bauern dar und wird für verschiedenste Zwecke genutzt. Zur Ernährung, für medizinische Zwecke, für Seife und für bestimmte örtliche Handwerksbetriebe.

Während der Olivenernte sind die Palästinenser voller Freude und gemeinsam - jung und alt - pflückt man die Oliven, füllt die Lager mit frisch gepresstem Öl und freut sich schon auf die nächste Ernte. So war es in allen Jahrhunderten in Palästina üblich. Olivenbäume wurden zum Symbol des Friedens in einem Land des Friedens. In seiner viel beachteten Rede vor der UNO - 1974 - forderte der ehemalige palästinensische Präsident Yasser Arafat die Weltgemeinschaft auf, "niemals den Olivenzweig aus der Hand zu legen!"

Auf der anderen Seite die extremistischen jüdischen Siedler, deren Herzen voller Haß auf die Palästinenser sind. Sie ertragen das Lachen auf den Gesichtern der palästinensischen Bauern und deren gemeinsame Freude nicht. Ihre Aufgabe ist offensichtlich nur, dieses Lachen und die Freude verschwinden zu sehen. Und genau deswegen fällt man Tag für Tag Olivenbäume (und nicht nur die), stiehlt geerntete Früchte, zündet ganze Olivenhaine an und jagt nur zum Vergnügen die Bauern von ihrem eigenen Land. Man verprügelt sie und bedroht sie mit automatischen Waffen, die für friedliche Siedler (Zivilisten!) einfach dazugehören. Diese Szenen wiederholen sich Jahr für Jahr vor der Erntezeit und während der Ernte, besonders im Norden der Westbank.

Widersprüchlich aber normal ist, dass die in der Region überall stationierten israelischen Besatzungssoldaten diesem Treiben ruhig zusehen und erst einschreiten, wenn der zionistische Mob von palästinensischen Bauern - die nur ihre Ernte und damit ihren Lebensunterhalt verteidigen - überwältigt zu werden droht. Man schießt in die Luft (meistens), um die "Streitenden zu trennen, um die Siedler vor Schlägen zu schützen und sichert dann die Flucht, zurück in deren illegalen Siedlungen. Strafrechtliche Folgen haben solche Aktionen nur für die angegriffenen Palästinenser.

Es ist bekannt, dass die Gier der jüdischen Siedler auf palästinensisches Land und dem Eigentum der Bewohner nicht bei den Olivebäumen während der Erntezeit endet. Auch andere wichtige Pflanzungen, wie Zitronenbäume und Pampelmusenpflanzen, werden besonders in der Erntezeit im Raum Hebron zerstört. Was treibt diese Banditen dazu, Palästinenser gewaltsam zu vertreiben oder ihnen "wenigsten" jede wirtschaftliche Basis für ein einigermaßen würdiges Leben zu rauben? Alles seit Jahrzehnten von allen israelischen Regierungen geplant und begonnen!

Mit der Zerstörung der wirtschaftlichen Basis der Palästinenser durch Israel und dessen verlängertem Arm, die wilden zügellosen religiösen Siedler, will man das Land von seinen rechtmäßigen Bewohnern säubern und unbedingt die Gründung eines unabhängigen Staates Palästina auf gerade noch 22% des historischen Palästinas verhindern. Solches zutiefst kriminelle Verhalten Israels und der genannten "Siedler" soll natürlich auch das Vorhaben Palästinas delegitimieren, von der UN-Vollversammlung einen Beobachterstatus zuerkannt bekommen.

Israel und die USA betreiben ein richtiges Joint Venture, um Präsident Abbas' Antrag auf internationale Anerkennung zu hintertreiben. Die USA droht nicht nur mit einem Ende der Hilfszahlungen an die Autonomieverwaltung Palästinas, sie erhöht auch den Druck auf unabhängige Staaten und internationale Organisationen und sogar auf UN-Organisationen, um die Entstehung eines Staates Palästinas zu verhindern. Durch "Anweisungen" der USA an die UNO, soll sogar die Vollversammlung daran gehindert werden, während einer Sitzung für den Beobachterstatus (keine Vollmitgliedschaft) Palästinas zu stimmen.

Die Palästinenser haben solchen Druck einer Supermacht wahrlich nicht verdient. Vor allem von einer Supermacht, die sich ständig und überall als Beschützer von den Prinzipien der Menschenrechte, von Freiheit und Demokratie darstellt. Und das für alle Welt, versteht sich! Palästina wird sich nicht durch die Allianz Washingtons und Tel Avivs entmutigen lassen. Palästina wird an seinem Weg festhalten, der die israelische Besatzung beenden soll. Dann wird ein wahrhaft unabhängiger Staat Palästina entstehen. Mit dem Erlangen des Beobachterstatus wird der schon dem Tod geweihte Friedensprozess nicht bedroht. Es ist nur ein Schritt in die richtige Richtung.

17.10.2012
Freunde Palästinas