Video: Martin Lejeune spricht über das Massaker im al-Shati-Park

http://youtu.be/2SPmb7sw6WY

Herr Martin Lejeune ist kein Mitglied unseres Vereines

Seit dem 20. Juli berichte ich aus Palästina, seit dem 22. Juli aus Gaza (mit Ausnahme eines kurzen Aufenthaltes in Jaffa und in Berlin am 9. und 10. August). Am 7. August kam die Absage eines fest vereinbarten 15-minütgen Interviews von Deutschlandradio Wissen. Begründung der Absage sind Zweifel an meiner journalistischen Unabhängigkeit.

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Waffenruhe in Gaza

Es ist ruhiger geworden im Gazastreifen seit heute Morgen. Die Drohnen kreisen zwar noch über unser Viertel, stören Mahers Mittagsschlaf, aber es wird nicht mehr bombardiert. "Gott sei Dank finden wir jetzt, nach den vier Wochen der ständigen Explosionen um uns herum endlich wieder etwas Ruhe", sagt Ahmad, 16, der in unserer Straße wohnt. Ruhe, endlich etwas lang ersehnte Ruhe vor Bomben und Raketen, um zumindest für drei Tage so etwas wie den Anschein eines normalen Alltags leben zu können. "Ich kann endlich wieder meine Freunde treffen", freut sich Ahmad, 16, der die Feuerpause nutzt, um auf der Straße vor unserem Haus mit diesen Freunden Fußball zu spielen.

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Die Massaker in Gaza gehen weiter unter den Augen der Weltöffentlichkeit

Heute wurde schon wieder eine Schule bombardiert, diesmal in Rafah. Wie viele Tote es gab, kann noch niemand mit Sicherheit sagen, da viele Tote noch unter den Trümmern der Schule begraben liegen. Seit drei Tagen wird in Rafah bombardiert, die ganze Stadt ist eine Todeszone. Als ich Maher vorschlage nach Rafah zu fahren, meint er, er brauche mich auch in den nächsten Tagen noch lebend, da mit weiteren israelischen Angriffen, Zerstörungen und Flüchtlingen zu rechnen ist. Schon jetzt hat Maher in seinem Haus 62 Menschen aufgenommen, die von der Front im Norden und Süden des Gazastreifens ins Zentrum von Gaza Stadt geflohen sind. Wir leben jetzt zu 72 in einem kleinen Haus, in dem vor dem Krieg zehn Menschen lebten.

Maher und Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Islamic Relief" haben sich vier Prioritäten gesetzt, um einem Teil der 200.000 Vertriebenen Nothilfe zu leisten. Priorität hat, die Binnenvertriebenen mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen sowie die gesundheitliche und hygienische Situation der Flüchtlinge zu verbessern. Maher fährt den ganzen Tag mit dem Auto hin und her, um für die Flüchtlinge die benötigte Versorgung heranzuschaffen. Die Vertriebenen sind einfache Leute, die keine Ersparnisse haben, um in einem Hotel zu wohnen, und keine Verwandten in Gaza Stadt haben, bei denen sie unterkommen könnten.

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Gaza-Stadt, am Freitag, dem 1. August 2014

"Die Hamas tut alles was sie kann, um die Bevölkerung von Gaza vor den Angriffen der israelischen Armee zu beschützen. Die Kämpfer der Hamas verteidigen uns. Die Kämpfer der Hamas sind unsere Söhne. Sie sind die Söhne Palästinas. Sie sind die Helden Palästinas. Die gefallenen Kämpfer sind Märtyrer", sagt Iyad, 23, Student der Wirtschaftswissenschaften an der Al-Azhar Universität in Gaza-Stadt. Iyad ist ein Anhänger der Fatah, seine Al-Azhar Universität steht der Fatah nahe. "Die Hamas erbringt viele Opfer, um unser Heimat zu verteidigen", erklärt Iyad und fügt hinzu, daß alle Menschen in Gaza stolz seien auf die Kämpfer der zur Hamas gehörenden Brigaden. Seit dem Beginn der Angriffe auf Gaza am 8. Juli sind mehr als 1.400 Menschen in Gaza gestorben, laut UN-Angaben 80 Prozent von ihnen Zivilisten.

Die Zahl der komplett zerstörten Wohnhäuser beträgt über 10.000. Es gibt keine Versorgung mehr mit Strom, Wasser und Telekommunikation. Und trotzdem sind die Palästinenser nicht kriegsmüde. "Wir werden den Widerstand der Kämpfer unterstützen, egal wie viele Zivilisten Israel dafür toten wird", sagt Hassan (Nachname dem Autor bekannt), 42, ein Ingenieur aus Gaza-Stadt. Auch er gehört der Fatah an. Für diesen Artikel war es leider nicht möglich, mit Anhängern der Hamas im Gazastreifen zu sprechen. "Wir geben derzeit keine Interviews", heißt es auf entsprechende Anfragen vor Ort in Gaza. Auf öffentliche Stellungnahmen der Kader in Qatar wird verwiesen. Dort sprach heute Osama Hamdan mit Al Jazeera und verurteilte die hohe Zahl an zivilen Opfern.

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