Die Intifada

Die Intifada ist das arabische Wort für Aufstand, Aufruhr, Erhebung... Die Intifada ist die Erhebung des Volkes Palästinas, der Widerstand gegen die Besatzung, der Schrei nach der Befreiung, die Sehnsucht nach Freiheit.

Die erste Intifada 1987

Die erste Intifada begann am 08.Dezember 1987 mit einem Verkehrsumfall, als ein israelischer Militärtransporter in eine Reihe von wartenden palästinensischen Arbeitern bei Ertz-Kreuzung in Gaza krachte. Sieben Personen wurden verletzt, Vier Arbeiter, die auf dem Weg nach Hause waren, getötet.

Auf einen Schlag entlädt sich die Wut der Palästinenser über die israelischen Besatzer in einer bis dahin nicht gekannten Intensität. Wie ein Flächenbrand breiten sich Proteste im Gazastreifen aus und schwappen auch auf das Westjordanland über. die erste Intifada hat begonnen. Sie wird fünf Jahre dauern und je nach Schätzung bis zu 1100 Palästinenser das Leben kosten.

König Hussein von Jordanien übertrug das Westjordanland den Palästinensern. Der Nationalrat der PLO traf sich am 15. November 1988 in Algier zu einer Sitzung. Dort riefen die Mitglieder den Staat Palästina aus.

War Israel in den Augen der Weltöffentlichkeit immer als ein um sein Überleben kämpfender Staat erschienen, hatte man den palästinensischen Freiheitskampf immer mit den "Terroranschlägen" gleichgesetzt, so änderte sich dieses Bild mit dem Beginn der Intifada.

Angesichts des brutalen Vorgehens israelischer Besatzungssoldaten gegen Steinewerfer und Unbewaffnete geriet die Besatzungsmacht zunehmend in die Kritik. Der immer stärker werdende Druck seitens der USA und der internationalen Presse zwangen Israel, den Aufstand schnell zu beenden oder nach anderen Lösungen zu suchen. Die von zahlreichen Seiten seit 1987 gestarteten Friedensinitiativen müssen als Reaktionen auf die Intifada gewertet werden.

 

 

Die zweite Intifada 2000

Auslöser der Al-Aqsa Intifada war der Besuch des rechtsgerichteten israelischen Politikers Ariel Scharon am 28. September 2000 auf dem Al-Haram Al-Sharif in Jerusalem, der drittheiligsten Stätte des Islam. Der Besuch Scharons, der 1982 als Verteidigungsminister die Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila zu verantworten.

Ursächlich für die Zweite oder Al-Aqsa-Intifada waren jedoch die angestauten Frustrationen in der palästinensischen Bevölkerung über einen Friedensprozess, der ihnen in den letzten sieben Jahren weder ein Ende der Besatzung noch die Freiheit gebracht hatte. Stattdessen hatten sie ständige Mobilitätseinschränkungen erfahren, verbunden mit den Demütigungen an den Checkpoints, und sie hatten den andauernden Bau von Siedlungen und Siedlerstraßen mit ansehen müssen.

In der Zeit vom 28.9.2000 – 23.08.2003 wurden 2589 ermordet, davon 254 außergerichtliche Hinrichtungen (ernste Übertretungen der 4.Genfer Konvention, die als Kriegsverbrechen betrachtet werden); unter den Opfern 119 zufällig in der Nähe befindliche Personen, davon 29 Kinder und 23 Frauen. 475 (19%) der Ermordeten waren unter 18 Jahre alt. Es gab mehr als 41 000 Verletzte. UNICEF schätzt, dass 7000 Kinder verletzt wurden. Etwa 2500 werden auf Dauer behindert sein, davon 500 Kinder.

12 palästinensische Reporter wurden getötet, von denen einer ein Italiener und ein anderer ein Brite war. 295 Journalisten wurden verwundet, mindestens 167 Journalisten wurden von israelischen Besatzungssoldaten angegriffen, geschlagen, verhaftet, das Material konfisziert oder zerstört.