Präsident Y. Arafat الرئيس ياسر عرفات

Lebensstationen des Palästinenserführer

1956: Im israelisch-arabischen Krieg kämpft er als Reserveoffizier auf ägyptischer Seite.

1969: Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO.

1974: Arabische Staaten erkennen die PLO als einzige Vertreterin der Palästinenser an. Arafat spricht erstmals vor der UN-Vollversammlung.

1982: Er muss nach dem israelischen Einmarsch in Libanon nach Tunesien wechseln.

1988: Ein Jahr nach Beginn des ersten Palästinenseraufstandes (Intifada) ruft er den Staat Palästina aus und erkennt das Existenzrecht Israels an.

1993: Er besiegelt mit Israels Regierungschef Izchak Rabin und US-Präsident Bill Clinton das erste Autonomieabkommen.

1994: Friedensnobelpreis zusammen mit Rabin und dem israelischen Außenminister Schimon Peres. Rückkehr nach 27 Jahren in die palästinensische Heimat seiner Eltern.

1996: Fast 90 Prozent der Palästinenser wählen ihn zum Präsidenten der Autonomiebehörde.

2000: In Camp David scheitert ein Versuch Clintons, Arafat und den israelischen Regierungschef Ehud Barak zu einem Friedensvertrag zu bewegen. Der Besuch des späteren Barak-Nachfolgers Ariel Scharon auf dem Tempelberg löst die zweite Intifada aus.

2001: Israel bricht den Kontakt zu Arafat ab und stellt ihn in Ramallah unter Hausarrest.

2002: Scharon erklärt ihn zum "Feind Israels". Arafat bezeichnet die Anschläge palästinensischer Selbstmordattentäter erstmals als Terrorakte und akzeptiert "prinzipiell" einen von den USA vorgelegten "Zeitplan für einen umfassenden Nahostfrieden".

2003: Mahmud Abbas wird unter ihm erster Ministerpräsident der Autonomiebehörde, Nachfolger wird Ahmed Kureia.

2004: Scharon droht ihm mit gezielter Tötung. Nach einem Zusammenbruch erlaubt Israel die Behandlung in Paris, wo er nach Tagen im Koma stirbt.

23. Oktober 2004: Tunesische und ägyptische Ärzte untersuchen zunächst den 75 Jahre alten Arafat in Ramallah. Wenige Tage später fliegt man ihn nach Paris, wo er bis zu seinem Tod in einem Militärhospital behandelt wird. Israel hatte seine Ausreise zur ärztlichen Behandlung erlaubt.

11. November 2004: Arafat stirbt in dem Militärhospital. Einen Nachfolger hat er nicht benannt. Nach der Verfassung muss nach 60 Tagen in Wahlen ein neues Oberhaupt bestimmt sein. Für eine Übergangszeit übernimmt Parlamentspräsident Rauhi Fattu die Amtsgeschäfte.